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© Symbolbild: dpa
28.06.2012

Schwunghafter Handel mit ergaunerten Medikamenten

Beamte des Polizeireviers Bruchsal konnten am Dienstag bei einer richterlich angeordneten Durchsuchungsaktion bei vier Verdächtigen in Hambrücken und Bruchsal größere Mengen von Arzneimitteln wie auch umfangreiches Beweismaterial sicherstellen. Die drei Männer und eine Frau im Alter zwischen 25 und 30 Jahren stehen im dringenden Verdacht, seit Ende letzten Jahres professionell Rezepte gefälscht, diese entweder selbst in Apotheken eingelöst und anschließend mit den hierbei ergaunerten Medikamenten einen schwunghaften Handel betrieben oder die Rezepte an andere gegen einen Anteil an den Medikamenten abgegeben zu haben.

Inzwischen haben alle Beschuldigten Angaben zu den ihnen vorgeworfenen zahlreichen Taten gemacht. Gegen einen der Verdächtigen hat der zuständige Richter bereits im Vorfeld auf Antrag der Staatsanwaltschaft Karlsruhe Haftbefehl erlassen. Der 25-Jährige, bei dem noch eine Bewährungsstrafe offen steht, wurde daraufhin am Dienstag festgenommen und in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert. Die drei anderen Beschuldigten kamen nach Abschluss der erforderlichen Feststellungen mangels Haftgründen wieder auf freien Fuß.

Auf die Spur des Quartetts war die Polizei nach monatelangen Ermittlungen gekommen. Um den Jahreswechsel tauchten im nördlichen Landkreis Karlsruhe immer wieder gefälschte Rezepte auf, mit deren Hilfe die einlösenden Personen Entspannungs- und Beruhigungsmittel erhalten hatten, wie sie regelmäßig auch von Drogenabhängigen als Ausweichmittel benutzt werden. In der Folge führte die Drogensachbearbeiterin des Polizeireviers Bruchsal die Fälle akribisch zusammen und konnte so den Tatverdacht gegen die jetzt Beschuldigten nach und nach erhärten.

Die am Dienstag mit Unterstützung von Beamten der Bereitschaftspolizei, der Diensthundeführerstaffel und der Verkehrsgruppe Gewerbeüberwachung / Umweltschutz zeitgleich in den Wohnungen vorgenommenen Durchsuchungen untermauerten schließlich den Verdacht, dass die vier mit Hilfe von Computern professionelle Rezeptvorlagen erstellt und teilweise auch Wasserzeichen sowie Stempel von Arztpraxen gefälscht hatten.

Alle vier Verdächtigen sind bereits polizeilich in Erscheinung getreten und müssen sich nun wegen gewerbsmäßiger Urkundenfälschung, Betrugs und Verstößen gegen das Betäubungs- sowie das Arzneimittelgesetz verantworten. Zu ihrem jeweiligen Tatbeitrag wie auch im Blick auf mögliche weitere Verdächtige dauern die Ermittlungen derzeit noch an. pol