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In Baden-Württemberg werden erste Konsequenzen aus den Transplantations-Manipulationen in Göttingen gezogen. In den fünf Transplantationszentren im Südwesten (Freiburg, Heidelberg, Mannheim, Stuttgart und Tübingen) soll nun eine interdisziplinäre Konferenz aus mindestens drei Ärzten eingerichtet werden.
In Baden-Württemberg werden erste Konsequenzen aus den Transplantations-Manipulationen in Göttingen gezogen. In den fünf Transplantationszentren im Südwesten (Freiburg, Heidelberg, Mannheim, Stuttgart und Tübingen) soll nun eine interdisziplinäre Konferenz aus mindestens drei Ärzten eingerichtet werden. © Symbolbild: dpa
24.09.2012

Sechs-Augen-Prinzip für Transplantationen im Südwesten

Stuttgart. In Baden-Württemberg werden erste Konsequenzen aus den Transplantations-Manipulationen in Göttingen gezogen. Die fünf Zentren in Freiburg, Heidelberg, Mannheim, Tübingen und Stuttgart hätten sich zunächst freiwillig zu einem Sechs-Augen-Prinzip verpflichtet, teilte Gesundheitsministerin Katrin Altpeter (SPD) am Montag in Stuttgart mit.

In jeder Klinik solle dazu eine interdisziplinäre Konferenz aus mindestens drei Ärzten eingerichtet werden. Bisher konnte bei Transplantationen ein Arzt weitgehend alleine wichtige Entscheidungen treffen. Dabei wurden Ärzte bei der Organvergabe kaum kontrolliert und konnten so den Platz eines Patienten auf der Warteliste manipulieren.

In den nächsten Wochen werde diese Verpflichtung den Kliniken zur Unterschrift vorgelegt, sagte ein Ministeriumssprecher. Die Zustimmung werde zur Bedingung für den Erhalt der Transplantationszulassung gemacht.

Die fünf Transplantationszentren im Südwesten versicherten noch einmal, dass es in der Vergangenheit keine Unregelmäßigkeiten bei der Organvergabe gegeben habe. Die Kliniken hätten ihre Transplantationen aus der Vergangenheit noch einmal unter die Lupe genommen, teilte das Ministerium mit. Dabei reichten die Untersuchungen bis zu zehn Jahre zurück.