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Symbolbild: dpa
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17.08.2018

Seltene Vierlingsgeburt im Kuhstall

Stuttgart. Auf einem Hofgut bei Radolfzell hat eine Kuh vergangene Woche Vierlinge zur Welt gebracht. „Das ist sehr selten – wir haben recherchiert und weltweit nur wenige Beispiele von Vierlings-Kälbern gefunden“, sagte Landwirtin Tabea Honstetter vom Gut Sonnhof gestern. Ihr Partner, Landwirt Ulrich Aichem, habe einem Kälbchen nach dem anderen auf die Welt geholfen. „Als dann das Vierte lebend zur Welt kam, war die Freude sehr groß.“ Mit der Freude über den Nachwuchs geht jedoch die Trauer um die sechs Jahre alte Mutterkuh Ella einher. Sie starb wenige Tage nach der Geburt.

„Sie hatte schon während der gesamten Schwangerschaft unter der Hitze gelitten, und da wussten wir noch gar nichts von den Vierlingen – auch wenn wir schon ein bisschen auf Drillinge gehofft hatten, um das mal zu erleben, denn schon das ist sehr selten“, sagte Honstetter. Nach der Niederkunft habe sich Ella noch einmal kurz erholt. „Aber dann wollte sie nicht mehr fressen und trinken - man sieht es in den Augen der Tiere, wenn sie nicht mehr möchten.“ Nach Schätzungen des Tierarzts habe Ella zum Schluss der rund neunmonatigen Trächtigkeit eine Last von mehr als 200 Kilogramm tragen müssen, sagte Honstetter. Auf dem Sonnhof habe es die letzte Drillingsgeburt vor 27 Jahren gegeben. Ella selbst hatte in jüngeren Jahren bereits einmal Zwillinge zur Welt gebracht.

Beim Landesbauernverband (LBV) teilt man die Freude über die seltene Vierlingsgeburt - und auch die Trauer um Ella. „Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Kuh Vierlinge zur Welt bringt, liegt bei eins zu elf Millionen“, sagte Sprecherin Ariane Amstutz. „Umso schöner, dass alle vier wohlauf sind, auch wenn es natürlich sehr schade um die Mutterkuh ist.“

Die LBV-Fachleute haben errechnet, dass es statistisch gesehen bei den Kühen in Baden-Württemberg einmal alle 32 Jahre zu einer Vierlingsgeburt kommt. „Im vergangenen Jahr wurde uns schon von einer solchen Geburt im Allgäu berichtet - deshalb war es das jetzt wohl erstmal für die nächsten Jahrzehnte“, sagte Amtstutz augenzwinkernd.

Ellas vier Kälbchen werden auf dem Hofgut mit Milch der anderen Kühe versorgt - insgesamt leben dort rund 150 Rinder, 70 sind Milchkühe. „Die vier Kleinen sind topfit und wachsen und gedeihen“, sagte Honstetter. Namen haben die zwei männlichen und zwei weiblichen Kälber noch nicht. „Ich möchte zumindest für die Mädchen gerne Namen, die an Ella erinnern.“ Die vier Kälber sollen auf dem Sonnhof aufwachsen. „Sie werden uns nicht so schnell verlassen.“