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Ein 83 Jahre alter Autofahrer ist am Samstag mit seinem Wagen in die Schaufensterscheibe eines Elektromarktes in Gerlingen (Kreis Ludwigsburg) gerast.
Ein 83 Jahre alter Autofahrer ist am Samstag mit seinem Wagen in die Schaufensterscheibe eines Elektromarktes in Gerlingen (Kreis Ludwigsburg) gerast. © dpa
05.11.2016

Senior rast mit Auto in Geschäft - Autofahrerin verwechselt Pedale

Gerlingen/Trossingen/Backnang (dpa/lsw) - Ein 83 Jahre alter Autofahrer ist am Samstag mit seinem Wagen in die Schaufensterscheibe eines Elektromarktes in Gerlingen (Kreis Ludwigsburg) gerast. Einen ähnlichen Unfall verursachte eine 81-Jährige mit ihrem Auto in Trossingen (Kreis Tuttlingen). Zudem verwechselte eine 75 Jahre alte Fahrerin in Backnang (Rems-Murr-Kreis) Brems- und Gaspedal und verlor in einem Parkhaus die Kontrolle über ihr Auto. Unfälle älterer Menschen lösen immer wieder eine kontroverse Debatte etwa über die Einführung von Fahrtests für Senioren aus.

Der 83-Jährige in Gerlingen wollte auf einen Parkplatz fahren, gab dann aber Gas und beschleunigte sein Automatikauto. Wie es dazu kam, war unklar. Der Senior fuhr nach Angaben der Polizei über zwei Grünstreifen und krachte in das Geschäft. Die Schaufensterscheibe zersplitterte. Nach Angaben der Polizei vom Sonntag erlitt die 75 Jahre alte Beifahrerin lebensgefährliche Verletzungen, auch der Fahrer kam schwer verletzt in ein Klinikum. Am Inventar des Elektromarktes, der unter anderem Kühlschränke und Waschmaschinen verkauft, entstand laut Polizei ein Schaden von etwa 50 000 Euro, am Gebäude in Höhe von 20 000 Euro.

Umfrage

Sollte die Fahrtauglichkeit ab einem gewissen Alter regelmäßig überprüft werden?

Ja, regelmäßige Fahrtauglichkeits-Tests sind dringend notwendig. 49%
Man sollte Senioren den Führerschein grundsätzlich ab einem bestimmten Alter abnehmen. 9%
Nein, jüngere Fahrer bauen genauso oft Unfälle. 42%
Stimmen gesamt 326

Eine 81 Jahre alte Autofahrerin fuhr in Trossingen frontal gegen die Hausmauer des Nachbarn. Ihr Ehemann und sie kamen verletzt in ein Krankenhaus. Die 81-Jährige gab an, vom Brems- auf das Gaspedal gerutscht zu sein.

In Backnang verwechselte laut Polizeiangaben eine 75-Jährige in ihrem Wagen Bremse und Gas. In einem Parkhaus prallte sie am Samstag mit ihrem Fahrzeug gegen mehrere Autos und eine Leitplanke, sie verletzte sich leicht. Die entstandenen Schäden bei allen drei Unfällen belaufen sich auf mindestens 90 000 Euro.

Die Polizei muss nun prüfen, ob es bei den Fahrern körperliche Beeinträchtigungen gebe. Das sagte ein Sprecher der Polizei in Tuttlingen. Sollte dies der Fall sein, werde die zuständige Führerscheinstelle informiert. Ein Gutachter müsse dann überprüfen, ob der Halter sein Fahrzeug noch führen könne oder eine Fahruntüchtigkeit vorliege. Autofahrer im Rentenalter dürften aber nicht unter Generalverdacht gestellt werden, sagte der Polizeisprecher. Das Bundesverkehrsministerium und der ADAC lehnen eine strengere Überprüfung von Senioren mit Pflichttests ab.