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Hält zusammen mit seinem Kollegen von der „Schwarzwaldstube“, Harald Wohlfahrt, die Drei-Sterne-Küche in Baden-Württemberg hoch: Claus-Peter Lumpp, Küchenchef im Hotel „Bareiss“ in Baiersbronn.
Hält zusammen mit seinem Kollegen von der „Schwarzwaldstube“, Harald Wohlfahrt, die Drei-Sterne-Küche in Baden-Württemberg hoch: Claus-Peter Lumpp, Küchenchef im Hotel „Bareiss“ in Baiersbronn.
13.11.2015

Sieben Häuser verlieren Sterne-Auszeichnung, auch die „Villa Hammerschmiede“

Baden-Württemberg verteidigt seine Führung bei der Zahl der Sternerestaurants in Deutschland – muss allerdings im neuen Restaurantführer „Guide Michelin“ für 2016 ein paar Federn lassen: Am Gastro-Himmel des Südwestens leuchten weniger Sterne. Die Tester des Gourmet-Führers „Guide Michelin“ 2016 haben den Spitzenrestaurants im Land mehr Sterne genommen (neun), als sie neue (vier) vergeben haben.

Verlierer ist unter anderem die „Villa Hammerschmiede“ im Pfinztal. Wobei der Verlust des Michelin-Sterns nicht überraschend kommt. Nach der Trennung von Chefkoch Leonhard Bader im Sommer 2014 und einer nur kurzen Interimszeit von Heiko Riebandt schloss die Betreiberfamilie Schwalbe das Feinschmecker-Restauarnt im Wintergarten mit der Absicht, das Konzept umzustellen. „Anfang nächsten Jahres eröffnen wir wieder“, sagt Annette Schwalbe – in der Hoffnung, dass der neue Küchenchef Michael Grünbacher und sein Team den Stern zurückholen. So wie dies vor über einem Dutzend Jahren auch dem damaligen Chefkoch Markus Nagy geglückt war. Sowohl der „Gault Millau“ als auch der Feinschmecker-Guide haben in ihren aktuellen Ausgaben die Wertung für die „Hammerschmiede“ ausgesetzt.

Zudem erloschen im Mannheimer „Amador“ wegen Schließung drei Sterne. Weitere Sterne büßten ein: „Traube“ (Efringen-Kirchen), „Heise’s Bürgerstube“ (Konstanz), „Axt“ (Mannheim), „Da Gianni“ (Mannheim), „Alte Post“ (Nagold).

Dennoch verteidigt der Südwesten seine Position als Mutterland der Top-Gastronomie in Deutschland. 74 Häuser im Südwesten zeichneten die Inspektoren in ihrem gestern vorgestellten Restaurant-Führer aus, davon zwei mit drei Sternen (das „Bareiss“ in Mitteltal sowie die „Schwarzwaldstube“ in Tonbach, mittlerweile seit mehr als 20 Jahren in Folge) und sechs mit zwei Sternen.

Es folgen Bayern mit 49 Sternerestaurants und Nordrhein-Westfalen mit 45 Häusern. Berlin rückt seit Jahren immer weiter vor und hat im neuen „Guide Michelin“ 20 gekrönte Restaurants, davon sechs mit zwei Sternen.

Neu mit einem Stern schmücken können sich im Land die „Wolfshöhle“ in Freiburg, „Marly“ in Mannheim, „Freigeist“ in Bad Säckingen und „Goldberg“ in Stuttgart. Einen einsamen Rekord unter den Ein-Sterne-Restaurants hält der „Adler“ in Häusern (Schwarzwald): Es hat in jedem Jahr seit 1966, als die ersten Auszeichnungen in Deutschland vergeben wurden, einen Stern bekommen.

Bundesweit verloren 20 Restaurants Sterne. Manche wurden geschlossen, andere änderten ihr Konzept oder überzeugten die Tester von der Qualität ihrer Arbeit nicht mehr.