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29.10.2012

Sieben Jahre Haft nach tödlichem Ehedrama

Tübingen. Weil sie im Streit ihren Ehemann erstochen hat, muss eine 27-Jährige für sieben Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Tübingen verurteilte sie am Montag wegen Totschlags. Die Frau hatte die Tat in dem Prozess gestanden.

Im Strafmaß folgte das Landgericht damit dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte auf maximal vier Jahre Haft plädiert, die Anwältin der Opferfamilie gar neun Jahre gefordert. Die Verurteilte nahm die rund eineinhalbstündige Urteilsverkündung mit gesenktem Kopf regungslos hin.

Die 27-Jährige hatte zugegeben, nach einem Fastnachtsumzug in Starzach (Kreis Tübingen) ihrem 20 Jahre älteren Mann eine 19 Zentimeter lange Messerklinge in die Brust gestochen zu haben. Unmittelbar zuvor hatte die Frau nach Angaben des Gerichtsmediziners mit der Faust oder einem stumpfen Gegenstand dem Getöteten zwei Mal auf das Auge geschlagen. Die Strafkammer sah es als erwiesen an, dass der Streit über eine «vereinsinterne Frage der Narrenzunft» lediglich der Auslöser der Tat gewesen sei. Vielmehr sei es um die Eheprobleme der beiden gegangen, wodurch der Streit eskalierte. Die Frau hatte ihren Mann während der Ehe mehrfach betrogen und bis zuletzt Kontakt zu einem Geliebten gehabt.

Zunächst hatte die zweifache Mutter in den Vernehmungen jede Schuld für den Tod ihres 46-jährigen Mannes abgestritten und behauptet, es sei ein Unfall gewesen. Das Gericht schloss bei der Angeklagten zur Tatzeit eine «tiefgreifende Bewusstseinsstörung» nicht aus. Außerdem hatte die Frau zur Tatzeit etwa 1,87 Promille Alkohol im Blut.

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