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20.04.2013

Siebenjähriger auf Schulweg von Mann gekidnappt

Fellbach. Ein 7-jähriger alter Schüler aus Fellbach wurde am Freitagmorgen auf dem Weg zur Schule entführt. Der Vater des Kindes ist Geschäftsführer eines größeren Betriebes im Raum Waiblingen. Dort ging auch der Anruf des Erpressers ein. Das Kind ist inzwischen wieder bei den Eltern, ein Tatverdächtiger wurde festgenommen.

Kurz nach 9.30 Uhr wurde die Polizeidirektion Waiblingen durch die Familie von einer möglichen Entführung des Kindes informiert. Der Sachverhalt bestätigte sich nach ersten Recherchen der Waiblinger Polizei. In der Folge ging bei der Opferfamilie eine Lösegeldforderung über einen großen sechsstelligen Betrag ein. Weitere Anweisungen folgten.

Die Polizeidirektion Waiblingen, die von Anfang an sehr eng mit der Stuttgarter Staatsanwaltschaft zusammen arbeitete, richtete sofort eine Ermittlungsgruppe ein und forderte im Zuge der Ermittlungen mehrere Spezialeinheiten der baden-württembergischen Polizei zur Unterstützung an.

Am frühen Freitagnachmittag erfolgte die von dem Täter geforderte Geldübergabe in Fellbach. Zum Schutze des Kindes wurde ein Einsatzkonzept gewählt, das einer Freilassung des Entführungsopfers den Vorrang gab gegenüber einer sofortigen Festnahme des Täters.

Kurze Zeit später wurden die Eltern von dem Entführer darüber informiert, dass der Junge im Bereich einer Fellbacher Schule freigelassen wurde. Das Kind kam anschließend in die Obhut der Eltern. „Das Wohl des Kindes, dessen Unversehrtheit und schnelle Befreiung waren unsere oberste Maxime, ohne dabei die Täterermittlung aus den Augen zu verlieren“, so der Leiter der Polizeidirektion Waiblingen, Ralf Michelfelder.

In der Folge wurden die umfangreichen polizeitaktischen Maßnahmen zur Ermittlung des Täters weiter intensiviert. Im Zuge dieser Maßnahmen, unter Beteiligung der Spezialeinheiten, ergaben sich auch Verdachtsmomente gegen einen 48 Jahre alten portugiesischen Staatsbürger aus Stuttgart. Er konnte noch am Freitagabend in der Esslinger Wohnung einer Bekannten festgenommen werden.

Nach anfänglichem Schweigen legte er noch in der Nacht ein umfangreiches Geständnis ab. Demzufolge handelte der Mann allein. Es gibt momentan überhaupt keine Hinweise, dass er Mittäter hatte. Der Tatverdächtige hatte einen geschäftlichen Kontakt zur Firma des Vaters des entführten Kindes und kannte hierdurch den Vater. Nachdem eine von ihm erstrebte Anstellung in der Firma, in welcher der Vater des entführten Kindes Geschäftsführer ist, nicht erfolgreich war, entschloss er sich, nachdem er arbeitslos geworden war, zur Entführung des Kindes.

Das Lösegeld wurde mittlerweile gefunden. Der Täter hatte einen Teil des Lösegeldes in seinem Fahrzeug, einem Opel, versteckt. Der Rest wurde im Zuge der Wohnungsdurchsuchung ebenfalls entdeckt. Daneben wurde weiteres umfangreiches Belastungsmaterial, wie der Entwurf eines Erpresserbriefes und ein Bild des entführten Kindes aufgefunden. Weitere Ermittlungen zur Untermauerung des Tatverdachtes werden übers Wochenende fortgeführt.

Der schnelle Fahndungserfolg und die sichere Inobhutnahme des Kindes konnte nur deshalb erreicht werden, weil die Eltern des Kindes von Anfang an eng mit der Polizei zusammen arbeiteten. Die Familie wurde von Polizeipsychologen betreut. pol