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Soldaten des Jägerbataillons 292 marschieren am Donnerstag beim Rückkehrappell in der Fürstenberg-Kaserne in Donaueschingen. Die 500 Soldaten waren seit dem Sommer 2011 im Auftrag der NATO-Schutztruppe ISAF in den deutschen Feldlagern Masar-i-Scharif und Kundus im Norden Afghanistans im Einsatz. © dpa
15.03.2012

Soldaten kehren aus Afghanistan in den Schwarzwald zurück

Rund 500 Soldaten des in Donaueschingen stationierten Jägerbataillons 292 haben nach einem halben Jahr turnusgemäß ihren Auslandseinsatz in Afghanistan beendet. Die Frauen und Männer wurden am Donnerstag in ihrer Heimatkaserne im Schwarzwald mit einem Rückkehrappell empfangen. Sie waren seit vergangenen Sommer im Auftrag der NATO-Schutztruppe ISAF in den deutschen Feldlagern Mazar-i-Sharif und Kundus im Norden Afghanistans im Einsatz.

Bildergalerie: Von Afghanistan in den Schwarzwald: Soldaten sind zurück

Sie sind wohlbehalten zurückgekehrt, sagte der deutsche Brigadegeneral Gert-Johannes Hagemann. Das Donaueschinger Jägerbataillon ist Teil der deutsch-französischen Brigade. Dies rückt regelmäßig zu Auslandseinsätzen aus, vor allem in Afghanistan und im Kosovo.

Die Soldaten arbeiteten in Afghanistan in den vergangenen sechs Monaten als so genanntes Ausbildungs- und Schutzbataillon. Ihre Aufgabe war es unter anderem, afghanische Sicherheitskräfte auszubilden. Zudem waren sie im Patrouillen- und Sanitätsdienst sowie in der Minenräumung eingesetzt. Sie unterstützten auch ihre Kollegen mit Kampfflugzeugen und Helikoptern. Um ihre Sicherheit zu erhöhen, waren die Donaueschinger Soldaten die ersten Bundeswehrangehörigen, die mit neuen Panzerfahrzeugen ausgerüstet wurden.

«Die Soldaten verdienen unseren Respekt und unsere Anerkennung», sagte Baden-Württembergs Innenminister Reinhold Gall (SPD). Sie leisteten einen wichtigen Beitrag für Stabilität und Sicherheit. Dafür setzten sie ihr Leben aufs Spiel. «Deutschland muss diesen Frauen und Männern dankbar sein», sagte der Minister.

Brigadegeneral Hagemann sagte, der Militäreinsatz in Afghanistan befinde sich in einer kritischen Phase. Die Soldaten, die nun zurückkehrten, seien in den vergangenen sechs Monaten in fünf schwere Feuergefechte geraten. «Das sind mehrstündige Gefechtssituationen, die wir gemeinhin Krieg nennen.» Zudem hätten die Soldaten mehr als 30 Sprengstofffallen entschärft, die ihnen von Aufständischen in den Weg gelegt worden waren. «Dass wir ohne Gefallene zurückkehren, ist keine Selbstverständlichkeit.»

Die 1989 gegründete deutsch-französische Brigade beteiligt sich seit 1996 an Auslandeinsätzen der Bundeswehr und des französischen Militärs. Seit 2004 werden Soldaten der Truppe regelmäßig nach Afghanistan entstand. Im April 2009 war einer der Soldaten aus Donaueschingen, ein 21-jähriger Hauptgefreiter, bei einem Anschlag in Afghanistan getötet, vier seiner Kameraden verletzt worden. dpa