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Mitten in der Nacht konnte eine 130-Kilo-Bombe in Böblingen entschärft und dann entsorgt werden.
Mitten in der Nacht konnte eine 130-Kilo-Bombe in Böblingen entschärft und dann entsorgt werden. © Symbolbild: Seibel
25.02.2017

Splitterbombe in Böblingen entschärft - 1200 Anwohner evakuiert

Böblingen. Ein 130-Kilogramm-Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg ist in Böblingen entschärft worden. Fachleute machten die Splitterbombe in der Nacht zum Samstag um 1.13 Uhr unschädlich, wie die Polizei mitteilte. Der Sprengkörper war am Freitagnachmittag bei Baggerarbeiten auf einem Baugelände entdeckt worden. In einem Umkreis von 300 Metern um den Fundort mussten 1200 Menschen ihre Wohnungen verlassen.

Etliche Straßen und der Bahnhof wurden gesperrt. Bereits kurz nach der Entschärfung der Bombe gegen 1.15 Uhr konnten die Anwohner in ihre Häuser zurückkehren. Wie ein Sprecher der Polizei sagte, lief die Evakuierung der Menschen ohne Zwischenfälle ab. Diejenigen, die während der Entschärfung keine Möglichkeit hatten, bei Freunden oder Verwandten unterzukommen, konnten die Wartezeit in der Böblinger Kongresshalle verbringen. Dort waren etwa Mitarbeiter der Stadt und des Deutschen Roten Kreuzes im Einsatz. Auch die Verkehrssperrungen wurden zügig aufgehoben.

Die Polizei in Ludwigsburg beobachtet zurzeit eine ungewöhnliche Häufung von Bombenfunden aus dem Zweiten Weltkrieg. Erst Mitte Februar mussten auf dem Werksgelände von Daimler in Sindelfingen zwei Bomben von Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes entschärft werden. Fachleute gehen davon aus, dass im Zuge steigender Bautätigkeit auch in den kommenden Jahren weitere Bomben aus dem Weltkrieg gefunden werden.

Das Polizeipräsidium Ludwigsburg war mit 46 Kräften, das Polizeipräsidium Einsatz mit 15 Kräften, die Bundespolizei mit 12 Kräften, der Rettungsdienst mit 50 Kräften, die Feuerwehr mit 60 Kräften und die Stadt Böblingen mit 13 Kräften im Einsatz.