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Symbolbild: dpa
Symbolbild: dpa © dpa
06.11.2017

Spraydose explodiert im Kühlschrank - Fachwerkhaus beschädigt

LLudwigsburg/Pforzheim. Eine im Kühlschrank gelagerte Spraydose ist in Ludwigsburg explodiert und hat ein denkmalgeschütztes Haus beschädigt. Auch in Pforzheim und im Enzkreis gab es schon mehrere gefährliche Unfälle mit explodierenden Spraydosen, bei denen Jugendliche sehr schwer verletzt wurden.

Durch die Wucht zerbarsten Fensterscheiben, in Wänden zeigten sich Risse, wie die Polizei am Montag mitteilte. Verletzt wurde von den sieben Hausbewohnern niemand. Der Sachschaden wurde mit etwa 8000 Euro beziffert. Der 63 Jahre alte Wohnungsinhaber hatte mehrere Spraydosen in seinem Kühlschrank gelagert. Eine mit Insektenschutzmittel gefüllte Flasche sei wahrscheinlich undicht gewesen. Ein dadurch entstandenes Gas-Luft-Gemisch könnte sich am Thermostat des Kühlschranks entzündet haben, vermuten die Ermittler.
Nach der Explosion am Sonntag im Erdgeschoss des Fachwerkbaus schaute sich ein Statiker das Haus an. Danach konnten die Bewohner wieder in ihren Wohnungen zurück.

Auch in Pforzheim und im Enzkreis gab es schon gefährliche Zwischenfälle mit Spraydosen, bei denen Jugendkliche schwer verletzt wurden und lange mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hattem.

Mutmaßlich, weil sie einen billigen Schnüffel-Rausch haben wollten, verursachten Kinder im Januar 2010 einen Zimmerbrand in der Pforzheimer Nordstadt. Mehrere Kinder hatten mit Spray Textilien eingesprüht, sich diese vors Gesicht gehalten und die Dämpfe eingeatmet – ein billiger, aber gefährlicher Rausch. Brandgefährlich, wenn zum Beispiel ein brennendes Teelicht in der Nähe steht oder jemand eine Zigarette raucht. Eine 13-Jährige lag nach der Spraydosen-Verpuffung mit schweren Verletzungen in einer Spezialkinik im künstlichen Koma.

Mädchen beim Spray-Schnüffeln schwer verletzt

Jugendlicher Leichtsinn wurde einem 18-Jährigen im April 2011 zum Verhängnis werden: Während eines Grillfests in Heimsheim hantierte eine Gruppe Jugendlicher mit mehreren Deospraydosen an einer offenen Feuerstelle. Nach PZ-Informationen wollte die Clique das Feuer noch weiter anfachen. Doch dann landete eine der Dosen im Grillfeuer und explodierte. Der 18-Jährige erlitt eine schwere Augenverletzung.

Als wahrscheinlichste Ursache für die Explosion in einer Wohnung im Oktober 2009 an der Gneisenaustraße in Pforzheim vermutete die Polizei damals heiß gewordene Spraydosen. Wie ein Polizeisprecher damals erklärte, sei in einer Küche Öl in einer Pfanne erhitzt worden, das den Herd entlang heruntergelaufen und einen in der Küche gelagerten Sack mit Spraydosen wohl so erhitzt habe, dass es zu der Explosion gekommen sei.