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26.02.2015

Spuckattacke in Asylunterkunft: Polizist dienstunfähig

In zwei Schlägereien in der Landeserstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge hat das Polizeirevier Karlsruhe-Oststadt mit weiteren Unterstützungskräften in der Nacht von Mittwoch zu Donnerstag eingreifen müssen.

Zunächst hatte der Sicherheitsdienst der Flüchtlingseinrichtung um 20 Uhr die Beamten nach einer vermutlichen Kopfverletzung alarmiert. Ein 23-jähriger Syrer war unter erheblichem Alkoholeinfluss von den Sicherheitskräften auf einem Stuhl festgehalten worden. Noch vor dem Eintreffen der Polizei zog der 23-Jährige den Stuhl unter sich hervor und schlug einem der Wachmänner ein Stuhlbein in den Genitalbereich. Um weitere Angriffe abzuwenden, musste der Mann gefesselt werden. Er verhielt sich auch gegenüber den eingetroffenen Polizeibeamten aggressiv, sodass er in Beseitigungsgewahrsam genommen werden musste.

Wegen einer Schlägerei, die kurz nach Mitternacht in derselben Unterkunft gemeldet worden war, wurden ebenfalls Polizisten gerufen. Einem 35-Jährigen alten Mann wurde offenbar ein Glas ins Gesicht gestoßen. Der aus Tunesien stammende Mann lag mit klaffenden, stark blutenden Gesichtswunden auf dem Boden und wurde bereits von Anwesenden und einem Beamten des Polizeireviers Oststadt versorgt. Bei der Übergabe an den Rettungsdienst schrie der Mann den helfenden Beamten ohne erkennbaren Grund an und spuckte dann ein Speichel-/Blutgemisch in dessen Augen und geöffneten Mund. Bis zur Klärung, ob eine ansteckende Krankheit übertragen wurde, bleibt der Streifenpolizist dienstunfähig.

Wie sich später herausstellte, steht ein 21 Jahre alter Algerier unter Tatverdacht, dem 35-jährigen Tunesier die Verletzung zugefügt zu haben. Der 21-Jährige war um 23.15 Uhr in der Durlacher Klinik aufgefallen, nachdem er mit einer Kopfverletzung vom Fahrdienst der Asylunterkunft dorthin gebracht worden war. Im Anschluss an die Behandlung verlangte er, wieder zurück in die Unterkunft gebracht zu werden. Als dies von den Angestellten abgelehnt wurde, begann der Mann herumzubrüllen und zeigte in seiner Verärgerung gegenüber den Beschäftigten mehrfach sein entblößtes Glied. Anschließend entfernte er sich in unbekannte Richtung.

Derzeit dauern die Ermittlungen des Polizeireviers Karlsruhe-Oststadt insbesondere der Klärung der Sachverhalte und Tatbeteiligungen noch an.

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