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23.02.2013

Staatsanwaltschaft räumt Pannen bei Mordermittlung um Joggerin ein

Im Mordprozess gegen einen 68-Jährigen aus Pfullendorf (Kreis Sigmaringen) hat die Staatsanwaltschaft Fehler bei den Ermittlungen eingeräumt. Der Spurensicherung sei im Umgang mit einem Strumpf des 64 Jahre alten Opfers eine Panne passiert, sagte Staatsanwältin Nicole Luther der «Südwest Presse».

Ein roter Faden an dem Strumpf war für die Ermittler bisher das entscheidende Indiz dafür, dass der 68-Jährige am Tatort gewesen sei und seine Ehefrau ermordet habe. Mit konkreten Angaben wurde Luther in dem Bericht nicht zitiert.

Der Vorsitzende Richter hatte zu Prozessbeginn am Mittwoch vor dem Landgericht Hechingen angedeutet, dass das Indiz durch die Fehler bei der Spurensicherung verfälscht worden sein könnte. Die Spurensicherer hätten versäumt, beim Abnehmen vom Fuß den Strumpf abzukleben, damit später klar ist, wo der Schuh den Strumpf abgedeckt hatte.

Auch bei der Befragung von Zeugen seien Fehler gemacht worden, gab die Staatsanwältin zu. Der Vorsitzende Richter hatte moniert, dass die Beamten einigen Zeugen Suggestivfragen - also solche, bei denen die Art der Fragestellung den Befragten beeinflusst - gestellt hätten. Insgesamt habe sie die Kritik des Vorsitzenden Richters aber als «nicht so schlimm» empfunden, sagte Luther, die in dem Prozess die Anklage vertritt, aber nicht die Ermittlungen geleitet hat.

Der 68-jährige Angeklagte soll im vergangenen Sommer seine vier Jahre jüngere Frau beim Joggen abgepasst und brutal ermordet haben. Er bestreitet die Tat. In dem Prozess hatte am Mittwoch selbst der zuständige Kripo-Beamte gesagt, der Verdacht gegen den 68-Jährigen erscheine ihm inzwischen «sehr zweifelhaft». Die Polizei habe sich auf Anfrage nicht zu den Vorwürfen äußern wollen, schrieb die Zeitung. Ein Urteil könnte im Mai fallen.