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27.03.2011

Stefan Mappus: "Ich trage die Verantwortung"

STUTTGART. "Ich trage die Verantwortung, und zwar voll und ganz. Und deshalb werde ich morgen Abend den Gremien einen Vorschlag über die personelle und inhaltliche neue Ausrichtung machen." Solche Worte haben viele von Stefan Mappus vor ein paar Wochen sicherlich nicht erwartet. Jetzt aber klingt es so, als würde Mappus in der Landes-CDU in den Hintergrund treten wollen. Will er gar das Handtuch werfen?

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In der CDU deutete sich kurz nach der Wahl bereits ein Machtkampf an: CDU-Fraktionschef Peter Hauk erklärte seinen Willen, die Rolle des Oppositionsführers zu übernehmen. «Ich werde mich wieder für das Amt (des Fraktionschefs) bewerben», sagte Hauk der Nachrichtenagentur dpa. Über personelle Konsequenzen an der Parteispitze werde nach der Wahlanalyse entschieden.

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Die Bilanz von Mappus an der Spitze des "Musterländles" ist nicht besonders eindrucksvoll: Nach nur 14 Monaten im Amt wird er sein Büro in der Villa Reitzenstein aufgeben müssen. Er kam nicht durch eine Wahl auf den Sessel des Ministerpräsidenten, sondern als Nachfolger für den vorzeitig gegangenen Günther Oettinger. Und: Er war nicht nur besonders kurz im Amt, er hat auch noch als Spitzenkandidat der CDU die Landtagswahl so deutlich verloren, dass es erstmals seit Gründung des Bundeslandes eine Landesregierung ohne CDU-Beteiligung geben würde.

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"Kein guter Tag für Baden-Württemberg." Ein sichtlich betroffener Stefan Mappus sprach im Stuttgarter Landtag vor den Fernsehkameras über die Wahlniederlage der CDU - und wohl auch über sein eigenes Versagen. Sein Abschied von der Regierungsmacht heißt aber nicht den Abschied aus der Landespolitik. Das Direktmandat für den Pforzheimer Wahlkreis 42 hat er verteidigt. Nur 1,4 Prozent weniger als 2006 - das Wahlkreisergebnis für Mappus mit 44,5 Prozent kann sich sehen lassen. Damit liegt er besser als der Landesdurchschnitt der CDU.

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Man müsse sich jetzt als Opposition "an die Arbeit für Baden-Württemberg" machen, sagte Mappus vor den Kameras im Landtag und verwies darauf, dass das Bundesland "hervorragend" positioniert sei. In einem schwierigen Wahlkampf habe die CDU "immer mit neuen Rückschlägen" kämpfen müssen. In den vergangenen beiden Wochen habe jedoch die Atomkatastrophe in Fukushima den Ausschlag nach unten gegeben.

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Mappus wünschte den Wahlsiegern "alles Gute für die Erfüllung des Regierungsauftrages".

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