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Die französische Atomaufsichtsbehörde ASN wertet das Atomkraftwerk Fessenheim als sicher. Demonstranten auf der anderen Seite des Rehins sehen das anders. © dpa
19.04.2014

Störfall: Auch der zweite Atomreaktor in Fessenheim wird heruntergefahren

Fessenheim. Nach einem Zwischenfall im ältesten französischen Atomkraftwerk in Fessenheim ist auch der zweite Reaktor nahe der Grenze zu Deutschland heruntergefahren worden. In Frankreich mag man das vielleicht etwas gelassener sehen, auf der anderen Seite des Rheins fürchten viele Menschen im Umfeld des veralteten AKW, dass die nicht mehr zeitgemäße Technik des alten Meilers eines Tages zu einem größeren Unfall führen könnte.

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Auswirkungen auf die Sicherheit gebe es nicht, hieß es beim französischen Betreiber EDF am Samstag. Nach dem vorzeitigen Verschluss eines Ventils habe sich der Reaktor Nummer zwei am Freitagabend automatisch abgeschaltet. Reaktor Nummer eins in Fessenheim steht nach einem Vorfall in der Wasserversorgung seit Anfang April still.

Die Atomreaktoren in Fessenheim sind seit Jahren vor allem in Deutschland heftig umstritten. Die französische Atomaufsicht ASN hatte das seit den 1970er Jahren betriebene Atomkraftwerk erst in dieser Woche weitgehend positiv beurteilt. Bei so alten Meilern sei es aber äußerst schwierig, die Technik auf den neuesten Stand zu bringen, hieß es.

Frankreichs Präsident François Hollande will das Atomkraftwerk Fessenheim bis Ende 2016 stilllegen. Bis zum Jahr 2025 soll der Atomanteil an der Stromversorgung von aktuell 75 auf 50 Prozent sinken. In Frankreich wird in 58 Reaktoren an 19 Standorten Atomstrom produziert.