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Aus Sorge vor größeren Störungen sind viele Fluggäste wegen des Warnstreiks auf Bahn und Auto umgestiegen. Am Stuttgarter Airport lief es wider Erwarten ziemlich rund. Fotos: Franziska Kaufmann
Streik am Flughafen Stuttgart hat nur geringe Auswirkungen © Franziska Kraufmann
27.03.2012

Streik am Flughafen Stuttgart hat nur geringe Auswirkungen

Stuttgart (dpa/lsw) - Der Warnstreik am Stuttgarter Flughafen ist fast ohne Folgen für die Passagiere geblieben. «Wir hatten streikbedingt keine Auswirkungen», sagte ein Flughafensprecher am Dienstag. Es habe lediglich fünf Ausfälle gegeben, weil Verbindungen von den stark betroffenen Flughäfen Frankfurt und Berlin nicht abgefertigt werden konnten. Ein Sprecher der komba-Gewerkschaft sprach hingegen von einem «vollen Erfolg», mehr als 100 Mitglieder hätten sich an dem ersten Warnstreiktag beteiligt. Auch Verdi-Fachbereichsleiter Rudolf Hausmann lobte: «Die Beschäftigten haben heute gezeigt, dass sie in der Lage sind, den Flughafen dicht zu machen.»

Der Flughafen selbst hatte für das Be- und Entladen der Maschinen genügend Mitarbeiter von Drittfirmen engagiert, die nicht nach dem derzeit verhandelten Tarifvertrag bezahlt werden, zudem habe man genügend Feuerwehrleute «überzeugen können, zu arbeiten». Ohne die eingesprungenen Feuerwehrleute wären reguläre Starts und Landungen nicht möglich gewesen, da dem Flughafen dann die Betriebserlaubnis fehlen würde. Verärgert zeigte sich der Flughafen über die «Verunsicherung», die der Warnstreik bei den Passagieren ausgelöst habe. Vor allem viele Geschäftsreisende hätten zuvor ihre Tickets storniert und seien mit der Bahn stattdessen gefahren.

Von 6 bis 11 Uhr traten rund 100 Mitarbeiter der Bodenverkehrsdienste in den Ausstand, um 10 Uhr stießen Flughafen-Feuerwehrleute dazu - die Zahl habe die bisherigen Erwartungen übertroffen. «Das war der in der Geschichte der Gewerkschaft bestorganisierte Warnstreik.» Man habe damit ein «Zeichen der Stärke» gesetzt und habe gar nicht unbedingt die Passagiere treffen wollen. «Wir hoffen nun, dass dieses Zeichen bei der morgigen Verhandlung ankommt.

Am Mittwoch werden die Verhandlungen mit den Arbeitgebervertretern in Potsdam fortgesetzt. Die Gewerkschaften fordern für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst 6,5 Prozent mehr Geld, mindestens 200 Euro. Im Südwesten sind 170 000 Angestellte der Städte und Gemeinden sowie 8200 Angestellte des Bundes betroffen. Am Flughafen sind rund 1000 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes tätig.