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Ein Plakat mit der Aufschrift "Warnstreik" klemmt am 08. Juli in Tübingen hinter dem Scheibenwischer eines Linienbusses. Am Donnerstag ruft Verdi erneut zu ganztägigem Warnstreiks im privaten Omnibusgewerbe auf. Foto: Sebastian Kahnert/dpa
Ein Plakat mit der Aufschrift "Warnstreik" klemmt am 08. Juli in Tübingen hinter dem Scheibenwischer eines Linienbusses. Am Donnerstag ruft Verdi erneut zu ganztägigem Warnstreiks im privaten Omnibusgewerbe auf. Foto: Sebastian Kahnert/dpa © Sebastian Kahnert/dpa
23.07.2014

Streikende Busfahrer sorgen erneut für Ausfälle im Berufsverkehr

Göppingen/Schwäbisch Gmünd (dpa) - Weil die Busfahrer streiken, müssen Pendler im Südwesten auf dem Weg zur Arbeit erneut improvisieren. Der Tarifkonflikt im privaten Omnibusgewerbe zieht sich hin - ein Ende der Warnstreikwelle ist nicht in Sicht.

Wegen streikender Busfahrer haben Schüler und Berufspendler in Baden-Württemberg am Donnerstagmorgen vergeblich auf ihren Bus gewartet. In Göppingen, Tuttlingen, Heidenheim und Schwäbisch Gmünd sind die Omnibusfahrer dem Aufruf der Gewerkschaft Verdi gefolgt, in einen Warnstreik zu treten. «Es läuft überall wie geplant», sagte Verdi-Sprecher Rudolf Hausmann. Der Omnibusverband WBO zeigte sich enttäuscht über die Aktion.

Grund für den Warnstreik ist der monatelange Tarifkonflikt im privaten Omnibusgewerbe. Vergangene Woche sah es noch nach einer Annäherung zwischen den Konfliktparteien aus. Doch die Arbeitgeber hielten an ihrem Angebot von 4,6 Prozent mehr Lohn für die nächsten zwei Jahre fest. Verdi fordert für die mehr als 5000 Beschäftigten in gut 400 Unternehmen weiterhin eine Gehaltserhöhung von einem Euro pro Stunde und eine monatliche Nahverkehrszulage. «Wir sind enttäuscht, dass das Angebot nun einfach in den Wind geschlagen wurde», sagte WBO-Sprecher Klaus Zimmermann.

Die Zahl der Streikenden am Donnerstag belief sich nach Schätzungen von Hausmann auf 300. In Tuttlingen fiel deshalb mehr als die Hälfte der Busse aus. Die Aktion habe sogar noch weitere Busfahrer in Trossingen mobilisiert, deren Betriebe nicht für den Warnstreik vorgesehen waren. Mit der Anzahl der Streikenden sei man sehr zufrieden, habe aber noch «Steigerungspotenzial in der Hinterhand», sagte ein Verdi-Sprecher in Göppingen. Ausgenommen vom Streik waren lediglich einige Schüler- und Krankenhauslinien. In Schwäbisch Gmünd fuhren Busse zur Landesgartenschau.

Bis zum Beginn der Sommerferien wird es laut Verdi weitere Warnstreiks geben. Am Freitag soll die Warnstreikwelle Tübingen, Reutlingen und Südbaden erreichen. Parallel zu den Aktionen führt Verdi eine Urabstimmung in den Betrieben durch. Sollte diese positiv entschieden werden, drohen unbefristete Streiks.