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Tausende demonstrierten auf der „Demo für Alle“ gegen die Politik von Grün-Rot. Linke Gruppen hielten wie im Bild zu sehen dagegen. Foto: dpa
Tausende demonstrierten auf der „Demo für Alle“ gegen die Politik von Grün-Rot. Linke Gruppen hielten wie im Bild zu sehen dagegen. Foto: dpa
28.02.2016

Streit um Bildungsplan eskaliert erneut

Zwei Wochen vor der Landtagswahl ist es bei Demonstrationen von Gegnern und Befürwortern der grün-roten Landespolitik zur Gleichstellung von Homo- und Heterosexuellen zu Rangeleien gekommen. Die Polizei setzte am Sonntag in Stuttgart nach eigenen Angaben vereinzelt Pfefferspray gegen linke Demonstranten ein, die gegen die konservative „Demo für alle“ protestierten.Während des Marsches der Bildungsplan-Gegner wurden bei einem Polizeieinsatz 15 linke Demonstranten verletzt, wie die Behörde mitteilte. Zunächst hatte die Polizei von Verletzten auf beiden Seiten gesprochen. Bei der Aktion wurden auch drei Polizisten verletzt.

Linke Demonstranten hätten versucht, den Zug zu blockieren und zu stören. „Sie haben massiv Aggressionen abgebaut. Das war schon krass“, sagte ein Polizeisprecher. Deshalb hätten die Beamten mit Pfefferspray und Schlagstöcken eingreifen müssen. Von Stuttgart aus wurden um 16.41 Uhr vom Pforzheimer DRK Kreisverband zwei Rettungswagen und ein Notarztteam angefordert, um die dortigen Rettungskräfte bei einem Massenanfall von Verletzten im Rahmen einer Demonstration zu unterstützen. Unterwegs konnte der Einsatz abgebrochen werden. Zur Demonstration des konservativen Aktionsbündnis‘ „Für Ehe und Familie – Stoppt Gender-Ideologie und Sexualisierung unserer Kinder!“ kamen nach Angaben der Polizei 4500 Menschen – etwas weniger als zur letzten Kundgebung im Oktober. Damals demonstrierten über 5000.

Schon vor Beginn der „Demo für alle“ hatten sich an verschiedenen Orten in der Stuttgarter Innenstadt Gegendemonstrationen versammelt, zu denen mehrere linke Gruppen und der Landesfrauenrat aufgerufen hatten. Dorthin kamen einige Hundert Personen. Drei parkende Busse, mit denen Bildungsplan-Gegner angereist waren, seien mit Steinen beworfen worden.

Mit einem Kulturfest vor der Oper warben die württembergischen Staatstheater und Künstler vieler anderer Institutionen für Toleranz und Weltoffenheit. Die Polizei war mit einigen hundert Beamten im Einsatz. Im vergangenen Oktober hatte es einige Verletzte gegeben. Laut Polizei gab es mehr Gewalt als damals.