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Studenten fordern, nicht nur ihre eigenen Leistungen sollen bewertet werden, sondern auch die ihrer Dozenten. Damit soll der Lehre wieder mehr Ernsthaftigkeit gegeben werden. Foto. dpa
studenten © dpa
06.07.2011

Studenten wollen Noten für Dozenten

STUTTGART. Studenten sind einer dauernden Bewertung durch ihre Dozenten ausgesetzt. Jetzt wollen sie den Spieß umdrehen und selbst Kritik und auch Lob äußern dürfen, damit die Lehre wieder ernster genommen wird. Die Studierenden im Südwesten wollen die Lehre durch eine systematische Bewertung ihrer Dozenten verbessern. «Uns geht es nicht um Schuldzuweisungen, sondern um eine möglichst gute Vermittlung von Stoff», sagte die Sprecherin der Landesastenkonferenz Laura Elisa Maylein der Nachrichtenagentur dpa. Die Lehre müsse wieder einen höheren Stellenwert bekommen und für die Professoren - auch bei der beruflichen Karriere - ebenso wichtig werden wie die Forschung. «Es muss einen Anspruch geben, gut zu lehren.» Bislang sind Rückkoppelungen mit Studenten für die Dozenten vor allem in den Geisteswissenschaften verbreitet, aber nicht obligatorisch. Von Wissenschaftsministerin Theresia Bauer verlangte Maylein eine gesetzlich verpflichtende Vorgabe.

Bauer und die Landesrektoren-Konferenz (LRK) signalisierten Wohlwollen. Bei der Ressortchefin rennen die Studenten offene Türen ein: «Die Evaluation der Lehre ist als Teil der Qualitätssicherung von Hochschulen unerlässlich. Dazu gehört eine Kultur der Rückmeldung durch Studierende», betonte die Grünen-Politikerin. Sie beabsichtige, das Thema mit den Hochschulen und in den Gesprächen mit Vertretern von Studierenden zu erörtern. Es geht darum, die Qualitätssicherung an Hochschulen mit Evaluationen und auch Absolventenbefragungen weiter zu unterstützen. Das Landeshochschulgesetz sehe bereits vor, dass die Hochschulen regelmäßig und in Eigenverantwortung Evaluationen vornehmen. Die Hochschulen regelten die Einzelheiten selbst und seien autonom, hieß es aus dem Ministerium weiter.