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Studie: Opfer von Einbrüchen leiden schwer

Stuttgart (dpa/lsw) - Opfer von Wohnungseinbrüchen haben einer neuen Studie zufolge mit gravierenden psychischen Folgen zu kämpfen. Unter Ängsten und Hilflosigkeit leiden 90 Prozent der Opfer, wie jetzt aus einer Untersuchung des Kriminologischen Forschungsinstituts Hannover und der Universität Tübingen hervorgeht. «In dieser Studie wird die belastende Situation der Opfer nach einem Einbruch beleuchtet und in den Fokus gerückt», sagte der Landesvorsitzende des Opferhilfevereins Weisser Ring, Erwin Hetger, am Donnerstag in Stuttgart.

Die Zahl der Einbrüche im Südwesten war 2014 im Vergleich zum Vorjahr um fast ein Fünftel auf rund 13 500 gestiegen und damit zum achten Mal in Folge nach oben geschnellt.

Das Gute an dieser Studie sei, dass dadurch die Opferperspektive einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werde, sagte Hetger. Leider gerate die Rolle des Opfers zu oft ins Hintertreffen. Auch die Polizei sei hier gefordert, durch eine intensive nachsorgende Opferbetreuung dazu beizutragen, den Betroffenen die Ängste zu nehmen und ihnen wieder ein verstärktes Sicherheitsgefühl zu vermitteln.

An der Studie, die zunächst als Zwischenbericht vorliegt, haben sich Stuttgart, Berlin, Bremerhaven, Hannover und München beteiligt. Die Betroffenen wurden im Zeitraum August 2013 bis Juni 2014 befragt. Die Adressen der 500 Haushalte pro Stadt wurden polizeilichen Ermittlungsakten aus dem Jahr 2010 entnommen. Von 2024 Fragebögen wurden 1391 zurückgeschickt. Darüber hatte zuerst die «Stuttgarter Zeitung» berichtet.

Weiteres Zwischenergebnis: Nur in seltenen Fällen kam es nach Angaben der Betroffenen zu einer Aufklärung der Tat, noch deutlich seltener zu einem Gerichtsverfahren: Nur in 7,1 Prozent der Fälle wurde laut Angaben der Betroffenen ein Täter ermittelt, nur in 2,6 Prozent der Fälle gab es eine rechtskräftige Verurteilung. Ein Endergebnis der Studie ist für 2016 geplant.