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Bei der Integration von Kindern, die spezielle Förderung in der Schule brauchen, muss der Südwesten noch aufholen, sagt ein Studie.
Förderung © dpa
11.12.2014

Studie: Südwesten tut zu wenig für Integration von Förderschülern

Baden-Württemberg hat nach einer Studie der Bertelsmann Stiftung weiter großen Nachholbedarf bei der Integration von Kindern mit Förderbedarf in die Regelschule. Fünf Prozent der Schüler seien im Untersuchungsjahr 2012 von der Regelschule ausgeschlossen und würden in Sonderschulen unterrichtet, bemängelte die Stiftung am Donnerstag. Im Bundesvergleich sei dies eine relativ hohe «Exklusionsquote».

Hinzu komme, dass nur 18,9 Prozent der Schüler in der Grundschule und Unter- und Mittelstufe eine Ganztagsschule besuchten. Das liege weit unter dem Schnitt im Bund mit 32,3 Prozent. Was die Integration von Kindern mit Förderbedarf angeht, liege der Südwesten damit weiter im unteren Teil der Ländertabelle.

Der «Chancenspiegel» der Bertelsmann-Stiftung analysiert jedes Jahr die Schulsysteme der Bundesländer. Positiv sehen die Experten, dass in Baden-Württemberg nur wenige Jugendliche die Schule abbrechen und weit mehr als die Hälfte die Hochschulreife schaffen. Damit liegt der Südwesten bundesweit in der Spitzengruppe. Der Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss liegt in Baden-Württemberg bei 5,1 Prozent, bundesweit sind es 6 Prozent. 57 Prozent der Schüler schaffen das Abitur oder das Fachabitur. Deutschlandweit sind es 54,9 Prozent.

Auch die Zahl der Klassenwiederholer in Baden-Württemberg ist vergleichsweise niedrig. Nur 1,7 Prozent der Schüler blieben 2012 sitzen, während bundesweit 2,7 Prozent eine Ehrenrunde drehen mussten. Dagegen bemängeln die Experten, dass im Südwesten unterdurchschnittlich viele Hauptschüler eine Lehrstelle bekommen. Lediglich 36,8 Prozent dieser Schüler konnten einen Ausbildungsplatz ergattern, im Bundesschnitt waren es 41,6 Prozent. Auch hier sieht die Stiftung Nachholbedarf bei der Chancengerechtigkeit.