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© Symbolbild: dpa
16.12.2015

Stuttgart 21: Gegner rechnen mit Kostenexplosion auf 9,8 Milliarden

Stuttgart. Die Kosten für das Bahnprojekt Stuttgart 21 werden einem neuen Gutachten zufolge kräftig auf 9,8 Milliarden Euro steigen.

Zu diesem Ergebnis kommt eine am Mittwoch in Berlin präsentierte Baukostenprognose des Münchner Beratungsbüros Vieregg Rössler. Sie wurde vom Aktionsbündnis gegen das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 in Auftrag gegeben. Die Bahn-Kritiker warnen seit Jahren vor steigenden Kosten. Die Deutsche Bahn (DB) wies das Gutachten als «Spekulationspapier fernab der Realität» zurück.

Das Unternehmen sei davon überzeugt, den neuen Bahnknoten innerhalb des vom DB-Aufsichtsrat bewilligten Finanzierungsrahmens in Höhe von 6,526 Milliarden Euro bauen zu können, sagte ein Sprecher des Bahnprojekts. Er verwies darauf, dass für das Vorhaben fast 70 Prozent des Budgets für Bauaufträge vergeben worden seien.

Bildergalerie: Das Bahnprojekt Stuttgart 21 bleibt umstritten.

 Aufgrund der neuen Expertise will das Verkehrsministerium in Stuttgart die Bahn um eine Stellungnahme bitten. «Die Deutsche Bahn versichert uns, bislang keine Hinweise auf weitere Kostensteigerungen zu haben», sagte eine Sprecherin. Das Land werde sich an weiteren Kostensteigerungen nicht beteiligen. 

Kostenexplosion

Am 2. April 2009 vereinbarten Deutsche Bahn, Bundesrepublik Deutschland, Land Baden-Württemberg, Region Stuttgart, Landeshauptstadt Stuttgart und Flughafen Stuttgart einen Finanzierungsvertrag, der von 4,526 Milliarden Euro Kosten für Stuttgart 21 ausgeht. Mehr als drei Jahre später sprach die Bahn von rund 4,7 Milliarden Euro plus eine Milliarde, die aus diversen externen Risikofaktoren resultieren könne. Ein Vierteljahr später hob die Bahn den Finanzierungsrahmen auf über 6,5 Milliarden Euro. Bleibt abzuwarten, wie nahe der Kostenrahmen der S21-Gegner in Höhe von 9,8 Milliarden Euro an der Realität angepasst worden ist. Vielleicht muss die Bahn ja nachziehen und ihren Finanzierungsrahmen erhöhen.

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