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Am Dienstag wird mit einer Videoüberwachung rund um den Stuttgarter Hauptbahnhof begonnen. So sollen S21-Protestaktionen im Auge behalten werden.
Am Dienstag wird mit einer Videoüberwachung rund um den Stuttgarter Hauptbahnhof begonnen. So sollen S21-Protestaktionen im Auge behalten werden. © dpa
10.01.2012

Stuttgart 21: Videoüberwachung am Hauptbahnhof beginnt

Stuttgart. Zur Vorbereitung auf mögliche Konflikte mit Stuttgart 21-Gegnern wird die Polizei von Dienstag an den Hauptbahnhof mit Kameras überwachen. «Im Verlauf des Dienstags werden im Bereich des Bahnhofs Hinweisschilder angebracht, welche die Passanten auf die Videoüberwachung aufmerksam machen», teilte die Polizei am Montag mit.

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Nach Polizeiangaben versammelten sich rund 1300 Stuttgart-21-Gegner am Montagabend vor dem Hauptbahnhof und protestierten erneut friedlich gegen das Milliardenprojekt. Der Veranstalter sprach von mehr als 3000 Demonstranten. «Der drohende Abriss des Südflügels zieht die Leute an, jetzt wo es konkreter wird», beurteilte Parkschützer-Pressesprecher Matthias von Herrmann die 106. Montagsdemo. Bei der vorherigen Demonstration am 2. Januar seien lediglich 2000 Menschen erschienen.

«Der Südflügel - ein Stück deutscher Architekturgeschichte - ist in Gefahr», meinte auch der Demonstrant Dieter Spielberg, der seit der 40. Montagsdemo regelmäßig am Hauptbahnhof protestiert. «Das ist empörend.»

Bei einer Fortsetzung der Bauarbeiten befürchtet die Polizei jedoch Krawalle. Mit rund einem Dutzend Kameras werden deshalb die Bereiche des Nord- und Südflügels, des Grundwassermanagements sowie Teile des Mittleren Schlossgartens überwacht. Die Videoübertragung diene der Übersicht und werde im Falle von Störungen auch zur Beweissicherung und gegebenenfalls zur Identifizierung von Straftätern ausgewertet. Büro-Container für Fest- oder Ingewahrsamnahmen waren schon im Dezember in Bad Cannstatt aufgestellt worden.

Die Polizei stellt sich auf einen mehrwöchigen Polizeieinsatz ein, der mehrere tausend Beamte binden könnte. Außerdem will das Polizeipräsidium Stuttgart erstmals auf Twitter und Facebook vertreten sein, um Einsatzmaßnahmen im Internet zu erläutern. dpa

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