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25.08.2010

Stuttgart-21-Architekt fordert Baustopp

STUTTGART. Der Mitschöpfer von Stuttgart 21, Frei Otto, hat einen Stopp des milliardenschweren Bahnprojekts gefordert. Man müsse jetzt "die Notbremse ziehen", es gehe "um Leib und Leben", sagte der 85-jährige Architekt dem Magazin "Stern".

Bildergalerie: Proteste gegen "Stuttgart 21"

Seit Wochen protestieren tausende Demonstranten gegen das Bauvorhaben, bei dem der denkmalgeschützte Hauptbahnhof teilweise abgerissen, unter die Erde verlegt und zu einer Durchgangsstation umgebaut werden soll. Dafür wird ein 33 Kilometer langes mehrgleisiges Tunnelsystem gebohrt, um den Bahnhof an die künftige Schnellbahntrasse nach Ulm anzubinden.

Otto, der gemeinsam mit Christoph Ingenhoven den neuen Tiefbahnhof mit entworfen hat, aber vor einem Jahr aus der Projektgruppe ausgeschieden war, sieht mehrere Gefahren. Er befürchtet, dass der Bahnhof eventuell überschwemmt werden könnte, oder dass er "wie ein U-Boot aus dem Meer»" aufsteigen könnte. Als Grund wird im "Stern" darauf verwiesen, dass die Erde unter Stuttgart voller Wasser und Quellen sowie Gipsschichten mit hohem Anhydridanteil sei. Ein geologisches Gutachten von 2003, das bisher nur ein kleiner Personenkreis gekannt habe, bestätige Ottos Bedenken.