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In der CDU schwindet der Rückhalt für Ex-Ministerpräsident Stefan Mappus
14.07.2012

Stuttgarter CDU-Fraktionschef verstärkt Attacken auf Mappus

Berlin (dpa) - In der baden-württembergischen EnBW-Affäre hat CDU-Landtagsfraktionschef Peter Hauk die Attacken auf seinen Parteikollegen und Ex-Ministerpräsidenten Stefan Mappus verstärkt. «Dass ein CDU-Ministerpräsident das Grundvertrauen seiner Parteimitglieder so enttäuscht, dies hat es in der Form noch nicht gegeben», sagte Hauk dem Magazin «Focus». Es wäre scheinheilig, «Geschlossenheit zu demonstrieren, wo keine ist». Gegen Mappus ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Untreue bei dem von ihm eingefädelten Rückkauf von Aktien des Energieversorgers EnBW durch das Land.

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CDU-Landeschef Thomas Strobl bestätigte dem Magazin, dass in E-Mails Mappus' Parteiausschluss gefordert werde. Ein förmliches Verfahren liege aber noch nicht vor. «Stefan Mappus hat Fehler gemacht. Ihn aus der Partei auszuschließen, wäre aber keine Lösung.»

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Mappus schlug im gleichen Medium zurück. In der CDU gebe es «Vorverurteilungen» gegen ihn, «die sogar noch Grün-Rot übertreffen». Einen freiwilligen Rückzug aus der CDU lehnte er ab: «Ich bin in die Partei Helmut Kohls eingetreten und werde nicht wegen eines Herrn Hauk oder eines Herrn Strobl aus ihr austreten.»

Die Hausdurchsuchung der Staatsanwaltschaft bei ihm nannte er «unverhältnismäßig». Er habe den Ermittlern schon zuvor Unterlagen zukommen lassen und darüber hinaus alle Unterlagen angeboten, die er auch dem Untersuchungsausschuss des Landtags zur Verfügung gestellt habe.

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