nach oben
Das Wahrzeichen der Stadt Stuttgart, der Fernsehturm, könnte Mitte 2015 wieder für Besucher geöffnet werden. © Symbolbild: dpa/Dietz
07.02.2014

Stuttgarter Fernsehturm wird Mitte 2015 wieder zugänglich

Stuttgart. Der Südwestrundfunk (SWR) und die Stadt Stuttgart haben sich auf eine Wiedereröffnung des Stuttgarter Fernsehturms verständigt. Grundlage dafür bietet das abschließende ganzheitliche Brandschutzgutachten, das von den Fachbehörden der Landeshauptstadt als insgesamt positiv bewertet wird. Die Umsetzung des Gutachtens ermöglicht die Wiedereröffnung des Fernsehturms für bis zu 320 Personen sowie die Nutzung der Theaterebene.

Bildergalerie: Der Stuttgarter Fernsehturm wird geschlossen

Die Gesamtkosten hierfür liegen nach derzeitigen Kostenermittlungen des SWR bei rund 1,2 Millionen Euro netto. SWR-Intendant Peter Boudgoust und Oberbürgermeister Fritz Kuhn haben am heutigen Freitag in Stuttgart die Einigung von SWR und Stadt bekanntgegeben.

Bildergalerie: PZ-Leser bei der SWR-Landesschau im Stuttgarter Fernsehturm

Intendant Boudgoust erklärte: „Der Fernsehturm ist ein Wahrzeichen der Stadt und ein Markenzeichen des SWR Fernsehens in Baden-Württemberg. Ich freue mich also umso mehr, dass Stadt und Sender an einem Strang ziehen. Die gute Botschaft heute lautet: Der Fernsehturm kann für Besucher bald wieder geöffnet werden.“ Der SWR-Intendant betonte, dass sich durch den komplexen Sachverhalt und die besonderen geometrischen und sendertechnischen Randbedingungen die Bauzeit nur grob schätzen lasse. Gemeinsames Ziel des SWR und der Stadt Stuttgart sei eine Wiedereröffnung Mitte 2015.

OB Kuhn sagte: „Dies ist ein guter Tag für Stuttgart und alle, denen der Fernsehturm am Herzen liegt. Ich bin erleichtert sagen zu können, dass Stadt und SWR sowohl baulich als auch finanziell den Durchbruch erzielt haben.“ Damit werde ein Wunsch vieler Stuttgarter in Erfüllung gehen, auch wenn der Umbau noch einige Zeit in Anspruch nehme. „Diesen Wunsch mussten wir in Einklang bringen mit zwingenden Anforderungen des Brandschutzes, um einen sicheren Weg aus dem Turm heraus zu gewährleisten.“

Das abschließende Brandschutzgutachten stellt ein ganzheitliches Konzept dar, das Maßnahmen zur Verbesserung des technischen und baulichen Brandschutzes vorschlägt und zeigt, wie künftig Flucht- und Rettungswege von sämtlichen möglichen Aufenthaltsorten im Turmkorb von Besuchern und Personal bis zum sicheren Ausgang am Turmboden möglich sind.

Im Zentrum der vorgeschlagenen Maßnahmen des Sachverständigenbüros „Halfkann + Kirchner“ stehen folgende Punkte: Etwaige Zündquellen werden identifiziert und aus dem Turmschaft entfernt. Die Rauchableitung aus dem Turmschaft wird optimiert. Die im Turmschaft verlaufenden Hochfrequenzkabel werden kontinuierlich elektronisch überwacht. Zusätzlich werden an diesen Hochfrequenzkabeln in einem Abstand von 1,20 Metern Horizontalschottungen angebracht, um eine vertikale Brandausbreitung über die genannten Segmente hinaus zu verhindern. Andere Kabel werden durch eine flammhemmende Umkapselung im Verfahren einer Einblasdämmung geschützt.

Darüber hinaus wird ein detaillierter Evakuierungsplan erarbeitet und die Feuerwehrpläne dementsprechend angepasst.

Die Vereinbarung zwischen Landeshauptstadt Stuttgart und dem SWR sieht vor, dass die Stadt und SWR Media GmbH sich die Kosten der Herstellung des Brandschutzes zu je 50 Prozent teilen. Der Finanzierungsbeitrag der Landeshauptstadt in Höhe von 605.000 Euro wird durch einen Verzicht auf die Erbbauzinszahlungen 2014 bis 2026 ermöglicht. Der Gemeinderat muss der Vereinbarung mit dem SWR noch zustimmen. Bereits am Freitagvormittag hatte Oberbürgermeister Kuhn die Spitzen der Gemeinderatsfraktionen informiert. Diese haben einmütig Zustimmung zu diesem Vorgehen signalisiert.

Der Fernsehturm ist aufgrund einer Anordnung der Stadt Stuttgart seit 27. März 2013 für Besucher geschlossen.