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Der Stuttgarter Flughafenchef Georg Fundel hält den Streik am Frankfurter Airport für völlig überzogen.
Der Stuttgarter Flughafenchef Georg Fundel hält den Streik am Frankfurter Airport für völlig überzogen. © dpa
20.02.2012

Stuttgarter Flughafenchef kritisiert Streik in Frankfurt

Stuttgart. Der Stuttgarter Flughafenchef Georg Fundel hält den Streik am Frankfurter Airport für völlig überzogen. «Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) hat jeglichen Maßstab im Lohngefüge verloren», sagte Fundel am Montag der Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart. An Deutschlands größtem Flughafen streiken seit Montagmorgen wieder die rund 200 Vorfeldmitarbeiter - etwa 230 Flüge wurden für den Tag annulliert. «Denen ist das Wohl der Passagiere und der deutschen Wirtschaft völlig wurscht.» In Stuttgart sollten am Montag sechs Verbindungen ausfallen.

Die Gewerkschaft will mit dem in Frankfurt auf 48 Stunden angelegten Streik ein eigenes Tarifwerk die Vorfeldmitarbeiter mit hohen Gehaltssteigerungen durchsetzen. Dem Flughafenbetreiber Fraport zufolge werden für einzelne Beschäftigte Forderungen erhoben, die bis zu 70 Prozent höheren Gehältern entsprächen.

Am Stuttgarter Flughafen verdienten die Mitarbeiter im Schnitt 50.000 Euro, erläuterte Fundel. Die GdF nehme nun aber das Durchschnittsgehalt der Mitarbeiter der Deutschen Flugsicherung in Höhe von 105.000 Euro als Maßstab. Dazu kämen unter anderem Forderungen nach weniger Arbeitszeit und einer früheren Pensionierung. «Für die sind alle außerhalb ihrer eigenen Firma Hartz IV- und Sozialhilfeempfänger.»

Fundel forderte die Frankfurter Beschäftigten und die Flughäfen untereinander zur Solidarität auf. «Wir haben Mitarbeiter nach Frankfurt geschickt, um dort mitzuhelfen.» Dies sei auch umgekehrt der Fall gewesen, als 2009 die Vorfeldkontrolleure und später auch die Fluglotsen in Stuttgart gestreikt hatten.

Der Flughafengeschäftsführer sieht nun die Politik am Zuge, eine Tarifeinheit herzustellen. «Es kann nicht sein, dass eine Kleingewerkschaft einen Flughafen lahmlegt.» Pro Unternehmen dürfe es nur eine Gewerkschaft geben. Der Streit um Spartengewerkschaften schwelt schon seit längerem. Lokführer und Werksfeuerwehren sind weitere Beispiele für kleine Berufsgruppen mit großer Streikmacht. dpa

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