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Zweckentfremdet wird die Messe in Stuttgart. Bis Mitte Oktober sollen hier 2500 Flüchtlinge ein Obdach finden. Foto: Kraufmann
Zweckentfremdet wird die Messe in Stuttgart. Bis Mitte Oktober sollen hier 2500 Flüchtlinge ein Obdach finden. Foto: Kraufmann
05.10.2015

Stuttgarter Messe bietet kurzfristig Obdach für 2500 Flüchtlinge

Eine Halle der Messe Stuttgart wird vorübergehend zur Flüchtlingsunterkunft für Neuankömmlinge umfunktioniert. Derzeit werde die Hälfte der Halle 1 für die Erstaufnahme von bis zu 2500 Flüchtlingen vorbereitet, teilte die Stabsstelle Flüchtlingsunterkunft am Montag in Stuttgart mit. Die ersten Menschen treffen voraussichtlich schon am Dienstag ein. Die Zweckentfremdung sei bis zum 15. Oktober befristet, dann müssen die Flüchtlinge auf die eigentlichen Landeserstaufnahmestellen verteilt werden.

„Wir leben zur Zeit von der Hand in den Mund“, sagte ein Sprecher der Stabsstelle. Zur Zeit kämen rund 1300 Flüchtlinge pro Tag nach Baden-Württemberg. Für den Unterricht der Flüchtlingskinder will das Land auch pensionierte Lehrer einsetzen. Das Kultusministerium rechnet mit rund 30.000 schulpflichtigen Kindern aus anderen Ländern, die in diesem Jahr nach Baden-Württemberg kommen, wie ein Sprecher in Stuttgart sagte. Ursprünglich war das Land von halb so vielen ausgegangen und hatte einen Bedarf von rund 560 zusätzlichen Lehrern genannt. Nun müssten weitere 400 bis 500 dazukommen. Nach Angaben der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sind in diesem Schuljahr bereits so viele Pädagogen eingestellt worden, dass nur noch wenige für die zusätzlichen Aufgaben in der Flüchtlingskrise verfügbar sind.

Unis bereiten sich vor

Derzeit gibt es nach Ministeriumsangaben rund 1800 Förderklassen, in denen im Schnitt 13 bis 15 Kinder Deutsch lernen. Hochschulen im Südwesten bereiten sich auf steigende Zahlen studierender Flüchtlinge vor. Vier zentrale Beratungsstellen im Land sollen zwischen Asylbewerbern, Hochschulen und Helfern vermitteln, wie Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) ankündigte. Mit Deutschkursen, dem Erlass von Gebühren und dem Engagement ihrer Studenten wollen die Hochschulen helfen