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Wollen den Kampf um das Stuttgarter Rathaus gewinnen: Der Grüne Fritz Kuhn (links) und die beiden möglichen CDU-Kandidaten Sebastian Turner (Mitte) und Andreas Renner (rechts). Von der SPD und der FDP gibt es noch keine aussichtsreichen Kandidatennamen zu vermelden.
Wollen den Kampf um das Stuttgarter Rathaus gewinnen: Der Grüne Fritz Kuhn (links) und die beiden möglichen CDU-Kandidaten Sebastian Turner (Mitte) und Andreas Renner (rechts). Von der SPD und der FDP gibt es noch keine aussichtsreichen Kandidatennamen zu vermelden. © dpa
08.02.2012

Stuttgarter OB-Wahl: Zweikampf in der CDU

Stuttgart. Der Kampf um das Stuttgarter Rathaus hat an Fahrt aufgenommen. Die Grünen können mit dem stellvertretenden Fraktionschef im Bundestag, Fritz Kuhn, bereits einen respektablen Kandidaten präsentieren. In der CDU ist derweil ein Zweikampf entbrannt: nach dem parteiunabhängigen Werbeprofi Sebastian Turner hat auch Ex-Sozialminister Andreas Renner (CDU) am Dienstag seine Ambitionen auf die Nachfolge von Wolfgang Schuster (CDU) offenbart.

Wie sich die SPD zwischen den S21-Befürwortern der CDU und den Grünen Kritikern des Bahnhofsprojektes mit einem Kandidaten positioniert, ist noch unklar. «Ein eigenes inhaltliches Profil zwischen CDU und Grünen zu finden, ist für die SPD schwer», meint der Politologe Hans-Georg Wehling.

Ob die FDP überhaupt einen eigenen Kandidaten aufstellt, nachdem der Europaparlamentarier und frühere Horber Oberbürgermeister Michael Theurer abgewunken hat, ist ebenso wenig geklärt. Anders als bei der SPD sind bei den Liberalen wenigstens schon Namen gefallen. Neben Theurer ist auch die Generalsekretärin und Stuttgarter Rechtsanwältin Gabriele Heise im Gespräch. FDP und SPD beraten an diesem Mittwoch mit ihren Findungskommissionen über mögliche Kandidaten, die endgültige Entscheidung fällt Ende März bei der SPD eine Delegiertenkonferenz, bei der FDP eine Mitgliederversammlung.

Für die 3250 Mitglieder der Stuttgarter CDU läuft ein spannender parteiinterner Vorwahlkampf mit vier Konferenzen an, bei denen sich der intellektuelle Unternehmertyp Turner und der erfahrene Politprofi Renner messen werden. Dass die Basis am 17. März die Wahl zwischen mindestens zwei Aspiranten hat, bezeichnet CDU-Kreischef Stefan Kaufmann als Beitrag zur innerparteilichen Demokratisierung.

Doch für den Bundestagsabgeordneten, der mit seiner Empfehlung für Turner vorgeprescht war, steht viel auf dem Spiel. Wenn er seinen Kandidaten nicht durchboxt, dann steht er im als zerstritten geltenden Kreisverband mit heruntergelassenen Hosen da. Da kann Renner noch so betonen: «Wir wollen nicht, dass einer beschädigt wird - nicht die Kandidaten, nicht der Kreischef.»

Renner kann sich dagegen auf Unterstützung von CDU-Fraktionschef Peter Hauk, Stuttgarts Schulbürgermeisterin Susanne Eisenmann und Ex-Finanzminister Gerhard Mayer-Vorfelder (beide CDU) berufen. Als Freund von Ex-Ministerpräsident Günther Oettinger wird er dem liberalen, urban geprägten CDU-Flügel zugerechnet. Deshalb dürfte der ehemalige Singener OB auch Chancen haben, bei Grünen- und SPD-Wählern Stimmen zu holen. «Ich will das bürgerliche Lager in seiner Gänze ansprechen», gibt der 52-Jährige als Ziel an.

Das umstrittene Bahnprojekt Stuttgart 21 schreckt Renner nicht. Da werde er es nach der Volksabstimmung für den Weiterbau leichter haben als Schuster. Es gelte, das Projekt möglichst menschen- und naturverträglich und im Kostenrahmen umzusetzen. Die großen Bauprojekte, zu denen auch die Landesmesse und die neue Stadtbücherei zählen, seien abgehakt. Das kommende Jahrzehnt werde im Zeichen kleiner Qualitätsmaßnahmen stehen, «um die Stadt für die Bürger lebens- und liebenswerter zu machen». dpa