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Wie die Polizei herausgefunden hat, ist das Unfallopfer im Ettlinger Wattkopftunnel in selbstmörderischer Absicht gegen die Tunnelwand gerast. © TV-BW
Der Wattkopftunnel ist vom ADAC schon immer wenig vorteilhaft benotet wurden, zuletzt 2008 mit "ausreichend". An diesem Freitag wollte das baden-württembergische Verkehrsministerium mit dem Regierungspräsidium eigentlich den neuen Fluchtstollen im Wattkopftunnel in Betrieb nehmen. © TV-BW
Im Wattkopftunnel ist ein Auto gegen eine Betonwand gekracht und ausgebrannt. © TV-BW
28.03.2012

Suizid im Wattkopftunnel: Mann verbrennt im Auto

Ettlingen. Offenbar in selbstmörderischer Absicht ist ein 19-jähriger Autofahrer in der Nacht zum Mittwoch im Ettlinger Wattkopftunnel gegen die Tunnelwand gerast und in seinem brennenden Auto gestorben. Dabei wurde der Tunnel schwer beschädigt. Inzwischen ist er wieder geöffnet.

Bildergalerie: Gegen Tunnelwand gekracht: Fahrer stirbt in brennendem Auto

Nach den bisherigen Ermittlungen der Verkehrspolizei war der junge Mann um 3.40 Uhr vom Seehof kommend in Richtung Albtal unterwegs. Zu Beginn der Tunneleinfahrt wechselte der Fahrer vom rechten Fahrstreifen auf die Gegenfahrbahn und fuhr mit hoher Geschwindigkeit ungebremst frontal gegen die Tunnelwand.

Das Auto fing Feuer und brannte vollständig aus. Die Freiwillige Feuerwehr Ettlingen sowie die Berufsfeuerwehr Karlsruhe eilten vor Ort und löschten das brennende Wrack. Danach fanden die Feuerwehrmänner den verbrannten Leichnam des jungen Mannes, der in dem Auto eingeklemmt worden war.

Im Laufe der weiteren Ermittlungen konnte die Identität des 19-Jährigen festgestellt werden. Zudem fand die Polizei einen Abschiedsbrief, den der Getötete in seiner Wohnung hinterlassen hatte.

Die durch den Brand entstandenen Beschädigungen im Wattkopftunnel wurden auf Veranlassung des Regierungspräsidiums und des Landratsamtes mit Unterstützung einer Fachfirma überprüft. Der Verkehr in und aus dem Albtal wurde durch Ettlingen geleitet, was zu Behinderungen geführt hat.

An diesem Freitag wollte das baden-württembergische Verkehrsministerium mit dem Regierungspräsidium eigentlich den neuen Fluchtstollen im Wattkopftunnel in Betrieb nehmen. Der 1994 zur Entlastung der Ortsdurchfahrt von Ettlingen eröffnete Tunnel hatte 2004 bei einem ADAC-Test Schlagzeilen als gefährlichster Tunnel Deutschlands gemacht - unter anderem, weil er für beide Fahrtrichtungen nur eine Röhre hat und es Sicherheitsmängel gab. 2007 war der 1,9 Kilometer lange Tunnel nach achtmonatigen Sanierung wieder eröffnet worden. Eine neue sicherheitstechnische Anlage reagiert nun vollautomatisch auf Zwischenfälle auf den zwei Fahrspuren. Außerdem sind die Fluchtwege beleuchtet. Nach den Nachbesserungen attestierte der ADAC dem Tunnel 2008 ein «ausreichend». pol