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Blick auf mehrere Gefängnisgebäude der Justizvollzugsanstalt Adelsheim.
Suizidversuch in Jugendgefängnis - Angst vor Abschiebung © dpa
29.09.2014

Suizidversuch in Jugendgefängnis - Angst vor Abschiebung

Adelsheim. Im Jugendgefängnis Adelsheim (Neckar-Odenwald-Kreis) ist es erneut zu einem Zwischenfall gekommen: Ein 19 Jahre alter Häftling hat am Donnerstag versucht, sich mit Schnürsenkeln zu erhängen.

Das sagte die Vize-Gefängnisdirektorin Maida Dietlein am Montag und bestätigte damit einen Bericht von SWR und «Rhein-Neckar-Zeitung». Der junge Mann war erst drei Wochen in dem Jugendgefängnis in Untersuchungshaft gewesen, als er am vergangenen Donnerstag in der Mittagspause versuchte, sich mit Schnürsenkeln zu erhängen. Er musste wiederbelebt werden. Der 19-Jährige befindet sich im Krankenhaus. Sobald er sich erholte habe, komme er wieder zurück in das Gefängnis.

Er habe psychische Probleme und große Angst vor Abschiebung gehabt, sagte Dietlein. Man habe sich intensiv um ihn gekümmert; auch sei der 19-jährige in psychologischer Behandlung gewesen. «Umso erschreckender ist dieser Fall jetzt für uns», sagte die Vize-Direktorin.

Adelsheim sorgt seit Wochen immer wieder für Schlagzeilen: Im August war in dem größten Jugendgefängnis in Baden-Württemberg ein Hofgang eskaliert, bei dem 50 Häftlinge aufeinander losgingen. Mitte September war ein 17 Jahre alter Häftling gestorben. Wie es dazu kam, ist zur Zeit noch unklar. Die Staatsanwaltschaft Mosbach wartet nach Angaben vom Montag weiterhin auf Ergebnisse der Rechtsmedizin Heidelberg zur genauen Todesursache.

Einen Zusammenhang mit den Vorfällen in der Vergangenheit gebe es nicht, so die Vize-Direktorin. Die momentane Häufung allerdings sei ungewöhnlich.