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22.09.2014

Supermarkt angezündet: Ex-Sicherungsverwahrte erneut vor Gericht

Sie soll wenige Wochen nach ihrer Entlassung aus der Sicherungsverwahrung einen Supermarkt angezündet haben: Vor dem Landgericht Ravensburg muss sich seit Montag eine 48 Jahre alte Frau wegen Brandstiftung verantworten.

Die Ex-Sicherungsverwahrte soll im Dezember 2013 einen Einkaufsmarkt nahe Baienfurt (Kreis Ravensburg) in Brand gesetzt haben. Das Feuer richtete einen Schaden von mehreren hunderttausend Euro an, ein Mitarbeiter wurde leicht verletzt. Die gewaltbereite Frau war im Jahr 2000 wegen schweren Raubes, Diebstahls und wiederholter Brandstiftung vom selben Landgericht zu sieben Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden - zunächst ohne Sicherungsverwahrung. Diese wurde 2008 nachträglich angeordnet, aber im November 2013 vom Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart wieder kassiert.

In der Urteilsbegründung hieß es damals, bei der Frau liege zwar eine psychische Störung vor und es bestehe eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass sie erneut straffällig werde. Um die Sicherungsverwahrung fortzusetzen, müsste aber eine «hochgradige Gefahr schwerster Gewalt- oder Sexualstraftaten bestehen». Dies sei nicht der Fall, entschieden die OLG-Richter (Az.: 1 Ws 224/13). Die einzige weibliche Sicherungsverwahrte Baden-Württembergs kam daraufhin frei, musste aber unter anderem eine Fußfessel tragen.

Diese Fessel hatte die Frau nach Angaben der Polizei Mitte Dezember durchgeschnitten und war anschließend untergetaucht. Später soll sie den Brand in dem Supermarkt gelegt haben. Beamte machten die Angeklagte ausfindig und konnten sie nach längeren Verhandlungen festnehmen. Zuvor hatte sie sich verschanzt, die Polizisten mit einem Messer bedroht und mit einer Flasche nach ihnen geworfen.

In der Verhandlung vor dem Landgericht Ravensburg soll neben der Schuldfähigkeit der Frau auch die erneute Anordnung der Sicherungsverwahrung geprüft werden. Der Prozess ist zunächst auf vier Tage angesetzt.