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Beamte der Polizei suchen am 02.06.2014 im Schlossgarten in Stuttgart  mit Rundhölzern an einem Fundort zweier Leichen nach Spuren.
Kofferleiche © dpa-Archiv
11.11.2014

Täter im Kofferleichen-Fall droht lebenslange Haft

Zwei Wochen lang rätselte die Polizei im Juni, wer zwei in Koffern verpackte Leichen in den Stuttgarter Schlossgarten ablegte. In dem ungewöhnlichen Mordfall erhob die Staatsanwaltschaft nach einer Mitteilung vom Dienstag nun Anklage wegen zweifachen Mordes gegen einen 48-Jährigen. DNA-Spuren hatten ihn entlarvt, er bestreitet die Morde.

Die Ankläger gegen von einer Beziehungstat aus, wollen sich aber nicht näher äußern. Dem Mann, der gebürtig aus dem Ostalbkreis stammt, droht lebenslange Haft. Er sitzt in Untersuchungshaft.

Der mutmaßliche Täter soll in der Nacht zum 30. Mai in seiner Wohnung zunächst einen 50 Jahre alten Obdachlosen ermordet haben und später eine 47-jährige Frau, ebenfalls aus der Wohnsitzlosen-Szene. Da beide Opfer nicht größer als 1,66 Meter groß waren und nicht mehr als 60 Kilogramm wogen, habe der Täter die Leichen ohne Probleme in zwei Koffer packen können. Diese habe er dann auf seinem Fahrradanhänger in den Schlossgarten gefahren und dort abgestellt.

Spaziergänger hatten die Koffer am 1. Juni hinter einer Betonwand im Schlossgarten entdeckt. Die Suche nach dem Täter gestaltete sich für die Sonderkommission «Damm» schwierig. Auch ein Aufruf in der Fernsehsendung «Aktenzeichen XY...ungelöst» brachte zunächst keine entscheidenden Hinweise.

Eine DNA-Spur führte die Polizei schließlich zu dem mutmaßlichen Täter. Er ist laut Staatsanwaltschaft wegen Körperverletzung vorbestraft. Das Landgericht konnte am Dienstag nicht sagen, wann mit einer Eröffnung des Gerichtsverfahrens zu rechnen ist. Der Angeschuldigte bestreitet die Tat. Vielmehr habe die Frau den Mann getötet und sich erhängt. Das habe er beobachtet, die Leichen in die Koffer verpackt und im Schlossgarten abgelegt, hieß es in einem Medienbericht.