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Zum ersten Mal nach der Landtagswahl gab es wieder eine Samstagsdemo.
Zum ersten Mal nach der Landtagswahl gab es wieder eine Samstagsdemo. © dpa
16.04.2011

Tausende S21-Gegner bei erster Samstagsdemo nach der Landtagswahl

STUTTGART. Zum ersten Mal nach dem Wahlerfolg von Grün-Rot haben sich die Gegner des umstrittenen Bahnprojekts Stuttgart 21 wieder zu einer Samstagsdemo getroffen. Nach Polizeischätzungen forderten rund 5000 Menschen mit Trillerpfeifen und Transparenten auf dem Stuttgarter Schlossplatz das Aus für den unterirdischen Durchgangsbahnhof. Die sogenannten Parkschützer zählten 10.000 Teilnehmer. «Wir nehmen Euch beim Wort!», lautete das Motto der Großdemo.

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Die Parkschützer forderten, mit einer aktualisierten Planung und einer transparenten Kostenrechnung in einen Volksentscheid zu Stuttgart 21 zu gehen. Der Umgang mit dem Milliardenbahnprojekt ist im Moment das schwierigste Thema bei den Koalitionsverhandlungen zwischen Grünen und SPD. Während die Grünen Stuttgart 21 stoppen wollen, befürwortet die SPD das Projekt.

Die Demonstranten hatten sich nach der Wahl vor allem auf Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (CDU) und die SPD eingeschossen. «Schuster weg!» forderten sie auf einigen Plakaten. Die Sozialdemokraten riefen sie zu «Einsicht» und «Vernunft» auf. Sie sollten nicht zu «Vollstreckern» der Tunnelparteien CDU und FDP werden. «Augenhöhe geht nur ohne Tunnelblick», hieß es.

Pfarrerin Guntrun Müller-Enßlin feierte auf der Bühne den Regierungswechsel. «Hier in Baden-Württemberg dürfen wir sagen: Yes we can!» Die Entwicklung zeige, dass es sich lohne, für eine neue politische Kultur zu demonstrieren. Einig war sie sich mit vielen, nicht nachlassen zu wollen, bis das Milliardenvorhaben endgültig zu den Akten gelegt wird. «Der Druck auf die SPD muss bleiben - bis das Projekt gekippt ist», sagte Demonstrant Volker Koehl (66) aus Stuttgart. Und die 29-jährige Vera Tollkiehn machte klar: «Es ist ein schwieriger Punkt in den Koalitionsverhandlungen.» Deshalb wolle man der SPD genau auf die Finger schauen. dpa

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