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Taximörder-Flucht: Wieslocher OB sieht Bedenken zu Aufnahme von Straftätern bestätigt.
Taximörder-Flucht: Wieslocher OB sieht Bedenken zu Aufnahme von Straftätern bestätigt © dpa
09.05.2011

Taximörder-Flucht: Wieslocher OB sieht Bedenken zu Aufnahme von Straftätern bestätigt

WIESLOCH. Nach der Flucht des sogenannten Taximörders aus der Psychiatrie in Wiesloch sieht sich Oberbürgermeister Franz Schaidhammer (parteilos) in seiner ablehnenden Haltung zur Aufnahme von Sicherungsverwahrten bestätigt. Ihre zentrale Unterbringung in einem früheren Jugendarrestanstalt in Wiesloch war vor einigen Monaten diskutiert worden. «Wenn ein Straftäter sogar aus einem so hoch professionell gesicherten Gebäude wie dem Psychiatrischen Zentrum ausbrechen konnte, dann ist doch klar, dass das alte Jugendgefängnis nie und nimmer für Sicherungsverwahrte geeignet gewesen wäre», sagte er in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

 «Das ist doch in keinster Weise mit einem Hochsicherheitstrakt zu vergleichen.»
 Unter Schaidhammer hatte sich die Stadt Wiesloch vor einigen Monaten erfolgreich dagegen gewehrt, dass aus der Sicherungsverwahrung entlassene psychisch gestörte Gewalttäter in der ehemaligen Jugendarrestanstalt der Stadt untergebracht werden sollten. «Der Vorfall vom Wochenende zeigt uns, dass wir am richtigen Ende gekämpft haben», sagte er.

Zwar habe er ein schlechtes Gewissen gehabt, nachdem die Stadt die Aufnahme abgebogen hatte. «Es geht ja nicht, dass Sicherungsverwahrte aufgenommen werden müssen, in seiner eigenen Stadt aber jeder es nach dem St. Florians-Prinzip ablehnt», sagte er. Spätestens jetzt aber wisse jeder, dass das über 100 Jahre alte Wieslocher Jugendgefängnis niemals für diese Zwecke hätte umgerüstet werden können.

Eine tausendprozentige Sicherheit, die das Entkommen gefährlicher Straftäter verhindern könne, gebe es aber nicht. «Ich bin sicher, dass das Psychiatrische Zentrum alles getan hat, um die Flucht des Mannes zu verhindern.»

Schaidhammer reagierte mit seinen Äußerungen auf die Flucht des 29-Jährigen Taximörders vom Bodensee aus der Psychiatrie am Samstag. Der Mann war am Sonntag wieder gefasst worden. Er hatte im vergangenen Jahr eine Taxifahrerin in Hagnau am Bodensee umgebracht und eine weitere lebensgefährlich verletzt und vergewaltigt. Dafür war er zu lebenslanger Haft verurteilt und wegen erheblich verminderter Schuldfähigkeit in der Wieslocher Klinik untergebracht worden.