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Zwei Mitglieder einer terroristischen türkischen Vereinigung müssen mehrere Jahre ins Gefängnis.
gericht © dpa-Archiv
15.07.2010

Terrorhelfer zu mehreren Jahren Haft verurteilt

STUTTGART. Zwei Mitglieder einer türkischen Terror-Vereinigung sind in Stuttgart zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Das Oberlandesgericht sah es als erwiesen an, dass die 36 und 48 Jahre alten Männer Geld sammelten und Schulungen abhielten, um den Terror-Flügel der Revolutionären Volksbefreiungspartei-Front DHKP-C zu unterstützen.

Der 36-Jährige wurde am Donnerstag zu vier Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt, der 48-Jährige zu fünf Jahren und vier Monaten. Die Bundesanwaltschaft hatte jeweils etwas mehr gefordert. Der Prozess hatte mehr als zwei Jahre gedauert.

Die DHKP-C sei als sehr gefährlich einzustufen, ihre „jederzeit aktiven gewaltbereiten Mitglieder“ könnten in der Türkei auch die Sicherheit des Landes beeinträchtigen, urteilte das Gericht. Der jüngere der Abgeklagten, der mindestens 30 000 Euro Spendengelder gesammelt und einen Waffenschmuggel organisiert haben soll, sei schon „als Jugendlicher indoktriniert“ worden, hieß es. Ihm droht nach einer Entlassung die Abschiebung in die Türkei.

Zum Abschluss sagte der Richter: „Ich hoffe, dass Sie sich besinnen.“ Die Verteidiger bezeichneten das Urteil als „absurd“ und „skandalös“. Sie kündigten an, in Revision zu gehen und die sofortige Haftentlassung zu beantragen.