nach oben
Jörg Kachelmann steht am Strand des Seebades Ahlbeck (Archivfoto vom 6.11.2007). Trotz laufendem Prozess moderiert Kachelmann beim Schweizer Sender Radio Basel wieder das Wetter. 
Kachelmann moderiert wieder Wetter im Radio © dpa
24.01.2011

Therapeut von Kachelmanns Ex-Geliebter sagt aus

MANNHEIM. Der umstrittene Trauma-Experte Günter Seidler ist am Montag im spektakulären Prozess gegen den Wettermoderator Jörg Kachelmann befragt worden. Seidler ist der Therapeut von Kachelmanns Ex-Geliebter und vertritt die These, die Erinnerungslücken des mutmaßlichen Vergewaltigungsopfers an die angezeigte Tat seien auf eine Traumatisierung zurückzuführen. Die 37-Jährige beschuldigt den Moderator, sie Anfang Februar 2010 vergewaltigt und mit einem Messer bedroht zu haben. Kachelmann bestreitet die Tat.

Für die Befragung Seidlers schloss das Landgericht Mannheim die Öffentlichkeit von der Verhandlung aus. Der Heidelberger Psychotherapeut wurde als sachverständiger Zeuge zu den Sitzungen mit der Frau befragt. Die 37-Jährige ist seit April bei Seidler in Therapie.

Seidler vertritt die These, ein seelisches Trauma mit möglichen Erinnerungslücken könne unter anderem durch besonders belastende und einschneidende Erlebnisse verursacht werden.

Diese Erklärung für die lückenhaften Angaben der Frau ist zwischen Anklage und Verteidigung umstritten. Kachelmanns Verteidiger Johann Schwenn hatte den Psychotherapeuten bei einer Befragung Anfang Dezember als „Scharlatan“ bezeichnet und Unterlagen von ihm beschlagnahmen lassen.

Dies begründete Schwenn mit E-Mails und Gesprächen zwischen Seidler, der Ex-Geliebten, der Staatsanwaltschaft und dem Vorsitzenden Richter, die nicht aktenkundig seien, aber für das weitere Verfahren von Bedeutung. Bei der folgenden Befragung erschien Seidler in Begleitung eines Rechtsbeistands. Auch am Montag war sein Rechtsbeistand anwesend.

Am 24. Verhandlungstag nahm neben Schwenn, der in der Vergangenheit Gericht, Gutachter und Medien scharf angegriffen hatte, ein weiterer Anwalt aus der Kanzlei des Hamburger Strafverteidigers an dem Verfahren teil.

Leserkommentare (0)