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Thomas Strobl über die Landtagswahl und Stuttgartt 21.
Thomas Strobl über die Landtagswahl und Stuttgartt 21 © Ketterl
20.10.2010

Thomas Strobl über die Landtagswahl und Stuttgartt 21

PFORZHEIM. Der heftige Streit um das Milliarden-Bahnprojekt Stuttgart 21 ist für den Heilbronner CDU-Bundestags-abgeordneten und Generalsekretär der Landes-CDU, Thomas Strobl, eine "Chiffre", die politische Kommunikation für die Durchführung von Großprojekten künftig zu verbessern. Der Politiker sieht in dem Fall Stuttgart 21 den Auftrag an die Politik, die Menschen "mehr und vielleicht auch anders mitzunehmen".

Im Interview mit der "Pforzheimer Zeitung" nahm Strobl zugleich aber auch die Bürger in die Pflicht. Vom mündigen Staatsbürger forderte er, "dass er ein interessierter Staatsbürger ist, auch an der res publica, also dem Gemeinwesen und Gemeinwohl". Strobl lehnte es als Konsequenz aus Stuttgart 21 indes ab, die Hürden für Volksentscheide zu senken. Er sehe dafür keine Veranlassung. Vielmehr verweis der 50-Jährige Christdemokrat auf Gefahren von Plebisziten, von der "relativ geringen Beteiligung" über komplexe Entscheidungen, die nicht nur mit Ja oder Nein entschieden werden könnten, bis hin zur Stimmungsmache von interessierten Gruppierungen, wie etwa Lobbyisten. "Wir brauchen aber nicht ein Land, das auf Verhinderung organisiert ist, sondern wir brauchen ein Land, das nach vorne schaut, wo etwas geschieht, wo etwas positiv bewegt wird", betonte Strobl.

Den bei Stuttgart 21 jetzt eingeschlagenen Weg der Schlichtung begrüßte Strobel. Es sei "ein Wert an sich, dass man jetzt gemeinsam an einem Tisch sitzt und öffentlich Argumente austauscht, nachdem wir fast schon eine vergiftete, eine von Hass erfüllte Atmosphäre hatten". Zu seinen Erwartungen, die er an die Vermittlungsgespräche knüpft, wollte sich Strobl nicht äußern. "Wir sollten jetzt nicht das Pferd vom Schwanz her aufzäumen und die Debatte damit beginnen, was kann am Schluss herauskommen."

Allen derzeitigen schlechten Umfragewerten für die Südwest-CDU zum Trotz blickt Strobl der Landtagswahl am 27. März 2011 optimistisch entgegen. Die CDU werden "mit Mann und Maus" dafür kämpfen, um Baden-Württemberg vor einem rot-grünes Regierungsbündnis zu bewahren. Als Zielmarke nannte Strobel 40 Prozent. "Ein ambitioniertes aber auch erreichbares Ziel", betonte Strobel vor dem Hintergrund, dass die CDU derzeit in Umfragen bei 34 Prozent gehandelt wird.

Das ausführliche Interview lesen Sie morgen in der "Pforzheimer Zeitung".