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Beim Absturz eines Kleinflugzeuges in Polen ist ein deutscher Kommunalpolitiker ums Leben gekommen.
Beim Absturz eines Kleinflugzeuges in Polen ist ein deutscher Kommunalpolitiker ums Leben gekommen. © dpa
03.11.2010

Tod bei Flugzeugabsturz: Politiker hinterlässt drei Kinder

BADEN-BADEN/GUBINEK. Beim Anflug auf den Regionalflughafen Cottbus-Drewitz ist am Dienstag in Polen ein deutsches Kleinflugzeug abgestürzt. Es war am Morgen auf dem Baden-Airport gestartet. Den bisherigen Erkenntnissen zufolge sind zwei Menschen ums Leben gekommen, bei einem der Toten handelt es sich nach bestätigten BT-Informationen um den Baden-Badener Kommunalpolitiker Hubert Gassenschmidt.

Am Absturzort unweit des Grenzübergangs Gubinek südlich von Guben
(Brandenburg) wurde zudem eine weibliche Leiche gefunden. Ob es sich um
Gassenschmidts Ehefrau handelt, stand noch nicht fest. Das Badische Tagblatt vermeldet weiterhin, dass auch über die Unfallursache noch keine Klarheit besteht. Das Luftfahrtbundesamt in Braunschweig hat die Ermittlungen übernommen.

Gassenschmidt (Jahrgang 1961), stellvertretender FDP-Fraktionsvorsitzender
im Baden-Badener Gemeinderat und von Beruf Orthopädieschuhmachermeister,
hinterlässt drei Kinder im Alter zwischen zehn und 15 Jahren. Er war, unter
anderem als Musiker, im Vereinsleben der Kurstadt aktiv und galt als
passionierter Hobby-Pilot. Nach Angaben eines Sprechers der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung war die Maschine vom Typ Piper 46 gestern um 9.22 Uhr mit zwei Insassen vom Baden-Airport gestartet. Gegen 11.09 Uhr verschwand das Flugzeug plötzlich vom Radarschirm, kurze Zeit später stürzte es ab und zerschellte beim Anflug auf den nahe der Grenze zu Polen gelegenen Flughafen Cottbus-Drewitz am Boden. Ein polnischer Polizeisprecher berichtete, es habe zuvor keinen Notruf gegeben.

Nach Angaben der polnischen Feuerwehr fing das Kleinflugzeug sofort nach
dem Absturz Feuer, es brannte völlig aus. Beide Insassen seien bis zur
Unkenntlichkeit verbrannt. Beim Aufprall der Maschine wurden die Leichen
auf ein Feld geschleudert. Die Rettungsaktion dauerte mehrere Stunden.
Weder vom Baden-Airpark noch von der deutschen Polizei waren gestern
Auskünfte zu dem Vorfall zu bekommen. Das Auswärtige Amt in Berlin behielt
es sich vor, Anfragen der Medien zu beantworten. Eine Sprecherin des
Pressereferats wollte allerdings auf BT-Anfrage lediglich den Absturz eines
Privatflugzeuges bestätigen. Die Untersuchungen seien im Gang, das
Generalkonsulat in Breslau sei mit dem Fall betraut.

Die Baden-Badener Angehörigen blieben offenbar lange im Ungewissen,
sie hatten über Stunden hinweg lediglich die Information, die Maschine
werde vermisst. Am Abend verbreitete sich die Nachricht von dem Unglück in
der Kurstadt wie ein Lauffeuer.

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