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24.04.2010

Todesfahrt: Mercedes-Testfahrer schleudert 250 Meter

ROTTWEIL. Ein getarnter Prototyp von Mercedes ist auf der Autobahn 81 durch die Nacht gerast und hat einem jungen Mann den Tod gebracht: Das Vorserien-Modell krachte in der Nacht zum Samstag bei Rottweil mit hoher Geschwindigkeit in eine Unfallstelle. Der sogenannte Erlkönig erfasste dabei einen 26-jährigen Mann, der gerade aus seinem ramponierten Wagen aussteigen wollte, wie die Polizei Rottweil mitteilte. Der junge Autofahrer war sofort tot. Sein Wagen wurde bei dem Aufprall mit dem Erlkönig völlig zerfetzt und der Motor herausgeschleudert.

Bildergalerie: Tödliche Unfälle mit Testfahrern und Prototypen

Der 52 Jahre alte Testfahrer musste schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht werden. Sein Prototyp schleuderte rund 250 Meter weiter, überschlug sich und landete auf dem Dach. Die Polizei ermittelt nach Angaben eines Sprechers wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Ein Sachverständiger sei bereits an der Unfallstelle gewesen, um den Unfall zu rekonstruieren. Er werde im Laufe der Woche ein Gutachten erstellen, sagte der Sprecher.

„Bei dem Testfahrer handelt es sich um einen sehr erfahrenen Mann, der seit vielen Jahren unfallfrei fährt“, sagte eine Daimler- Sprecherin am Sonntag. Er habe zudem - wie alle Testfahrer - regelmäßig Schulungen besucht und hatte die Anweisung„, sich strikt an die Straßenverkehrsregeln zu halten. Der 52-Jährige stehe unter Schock. Im Moment könne sich das Unternehmen nicht erklären, wie es zu dem Unfall kam. „Wir müssen die Ermittlungen abwarten.“

Nur mit Glück wurden bei dem Unfall zwei weitere Männer nur leicht verletzt. Zwei 27- und 59-Jährige hatten auf dem Standstreifen angehalten, um dem 26-Jährigen nach seinem Unfall zu helfen. Als der Erlkönig anrauschte, wollten sie gerade die Unfallstelle absichern. Der 59-Jährige rettete sich noch rechtzeitig mit einem Sprung über die Leitplanke vor schlimmeren Verletzungen. Er und der 27-Jährige wurden aber durch umherfliegende Trümmerteile verletzt.

Vor dem Todescrash war der 26-Jährige aus noch ungeklärter Ursache von der Fahrbahn abgekommen und gegen die Mittelschutzplanken geprallt. Danach kam er auf dem linken Fahrstreifen zum Stehen. Nach dem tödlichen Unfall war die Autobahn für mehrere Stunden gesperrt. Insgesamt entstand ein Schaden von mindestens 80.000 Euro.

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