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Taxifahrer nach Unfall mit Polizeiauto weiter in Lebensgefahr © dpa
11.04.2012

Tödliche Polizeifahrt: Jedes Jahr Hunderte Unfälle

Karlsruhe/Freiburg/Stuttgart (dpa/lsw) - Der tödliche Unfall mit einem Streifenwagen in Karlsruhe war besonders schwer, leichtere Kollisionen mit Polizeiautos sind in Baden-Württemberg jedoch an der Tagesordnung. Die Polizeidirektionen zählen jedes Jahr Hunderte Blechschäden. Vor allem beim Zurücksetzen, Rangieren und Parken haben viele Polizisten nach offiziellen Zahlen offenbar Probleme.

Unterdessen suchten die Ermittler weiter nach der Ursache der tödlichen Kollision eines Einsatzwagens mit einem Taxi in Karlsruhe. «Es gibt noch einiges zu tun», sagte ein Sprecher am Mittwoch. «Wir rechnen Anfang nächster Woche mit Zwischenergebnissen.»

Bei dem Unglück war in der Nacht zum Ostermontag eine 25-jährige Frau in dem Taxi ums Leben gekommen, der Taxifahrer schwebte auch am Mittwoch weiter in Lebensgefahr. Drei weitere Mitfahrer wurden schwer verletzt. Der Unglücksfahrer, ein 23 Jahre alter Polizist war nur leicht verletzt worden, er sei aber schwer traumatisiert, sagte der Sprecher. «Er wird betreut.»

Die Karlsruher Polizei war erst zu Ostern wegen häufiger Unfälle in die Kritik geraten. Vergangene Woche hatte Polizeipräsidentin Hildegard Gerecke erklärt, die Behörde werde den 158 selbst verschuldeten Unfällen «auf den Grund gehen». Insgesamt krachte es im Regierungsbezirk Karlsruhe im vergangenen Jahr 361 Mal bei Unfällen, die von Beamten verursacht wurden - darunter 70 Mal in Heidelberg, 43 Mal in Mannheim und 31 Mal in Pforzheim.

Auch in anderen Polizeidirektionen kam es im vergangenen Jahr ebenfalls zu vielen von Beamten verursachten Unfällen: So waren im Regierungsbezirk Freiburg bei 193 Unfällen Polizeiwagen beteiligt. 88 davon hatten Polizisten nach Angaben eines Sprechers selbst verschuldet, fünf teilweise selbst verschuldet.

Im Regierungsbezirk Stuttgart - mit Ausnahme der Landeshauptstadt selbst - verursachten Polizisten im vergangenen Jahr 171 Unfälle mit Dienstfahrzeugen. Die Schwerpunkte lagen nach Angaben der Landespolizeidirektion insbesondere beim Rückwärtsfahren (39), Wenden/Rangieren (32), Ein-/Ausparken (25) und Vorbeifahren (21). Dabei entstand ein Gesamtschaden in Höhe von 290 000 Euro.

Fünf Beamte wurden bei den Unfällen im Regierungsbezirk Stuttgart ohne die Landeshauptstadt verletzt. «Über andere Verletzte wurde keine Erfassung durchgeführt», hieß es weiter. Die Polizei in Stuttgart konnte zunächst keine Zahlen nennen.

Die Landespolizeidirektion Tübingen nannte ebenfalls keine Zahlen für den gesamten Zuständigkeitsbereich. Eine Statistik über Unfallzahlen und -schäden werde dort seit einigen Jahren nicht mehr geführt, teilte ein Sprecher mit.

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