nach oben
02.04.2015

Tote Karlsruherin: Polizei geht von Mord aus Heimtücke und Habgier aus

Karlsruhe. Aus Habgier und Heimtücke soll ein 44 Jahre alter Mann eine 38-Jährige Frau aus Karlsruhe erstochen haben. Der Mann aus dem Landkreis Rastatt hatte sein Opfer in seiner Zweitwohnung in Karlsruhe angegriffen, die im gleichen Haus wie die Wohnung des Opfers lag.

Die arglose Frau war am vergangenen Freitag von dem 44-Jährigen gebeten worden, ihm kurz etwas bei der Renovierung zu helfen. Als sie die Wohnung wieder verlassen wollte, griff er sie von hinten an, sagte der Leiter der Sonderkommission, Hubert Wörner. Nach ersten Erkenntnissen geht die Polizei von Mord aus Heimtücke und Habgier aus.

Die Frau habe sich heftig gewehrt, hieß es weiter. «Dann ist die Sache wohl eskaliert», sagte Kriminaldirektor Karl-Heinz Ruff. Wann genau der Mann dann zu dem Messer griff, ist noch unklar. Die Frau verblutete schließlich an ihren schweren Stichwunde. Opfer und Täter kannten sich wohl nicht.

Die Ermittler entdeckten die Leiche der allein lebenden 38-Jährigen am Dienstag in der Karlsruher Wohnung des Verdächtigen. Der Mann, der früher in dem gleichen Haus der Frau gewohnt hatte, hat ein umfassendes Geständnis abgelegt.

Die Beamten waren ihm auf die Spur gekommen, weil er mit der EC-Karte seines Opfers Geld abgehoben hatte und dabei von einer Videokamera der Bank gefilmt worden war. Insgesamt hatte er so 1000 Euro an zwei Geldautomaten erbeutet. Eine Nachbarin seines Opfers hatte ihn auf der Videosequenz identifiziert.

Bei der Durchsuchung seiner Wohnung im Landkreis Rastatt nahm die Polizei den Mann fest und fand dort auch die Geldbörse der Frau und andere Wertgegenstände. Ihre Pin-Nummer hatte die Frau in ihrem Geldbeutel aufbewahrt.

Die Frau war seit vergangenen Freitag nicht mehr aufgetaucht und am Sonntag von ihren Eltern als vermisst gemeldet worden: Sie war weder beim Sport erschienen noch bei der Geburtstagsfeier ihrer besten Freundin.