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Talibankämpfer sollen einen 35-jährigen Afghanen in eines ihrer Trainingscamps verschleppt haben. Foto: dpa
Taliban © dpa
11.07.2011

Trotz Schulung in Taliban-Camp als Flüchtling anerkannt

STUTTGART. Trotz seines Aufenthalts in einem Trainingslager der radikal-islamischen Taliban ist ein 35-jähriger Afghane in Deutschland asylberechtigt. Das Verwaltungsgericht Stuttgart sah die Darstellung des Mannes als glaubhaft an, dass er von den Taliban verschleppt und später aus dem Camp in den Bergen geflohen sei.

Da er in Afghanistan sowohl vom Staat als auch von den Taliban verfolgt werde, sei er als Flüchtling anzuerkennen, teilte das Gericht am Montag mit (Urteil vom 21. Juni). Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hatte den Asylantrag im Februar abgelehnt.

Der 35-Jährige habe erklärt, die Taliban hätten ihn verschleppt, weil sie irrtümlich meinten, er arbeite für die Amerikaner und die Regierung. Als er sich aus Angst als gläubiger Moslem ausgegeben habe, hätten sie ihn in das Lager mitgenommen. Dort sei er zwar ideologisch geschult und in die Methoden von Selbstmordattentätern eingewiesen worden, doch habe er niemanden töten wollen.

Nach seiner Flucht werde er nun von den Taliban verfolgt, weil er ihre Verstecke kenne. Da die Regierung in Kabul in ihm einen Unterstützer der Taliban sehe, sei ein Leben in Afghanistan nicht mehr möglich. Das Verwaltungsgericht hat Berufung gegen das Urteil zugelassen. dpa

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