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Tür von innen mit Seilen zugesperrt: Serbischer Bus aus Verkehr gezogen.
Tür von innen mit Seilen zugesperrt: Serbischer Bus aus Verkehr gezogen © Polizei
30.10.2014

Tür von innen mit Seilen zugesperrt: Serbischer Bus aus Verkehr gezogen

Polizeibeamten der Verkehrsüberwachung für gewerbliche Personen- und Güterverkehr haben am Karlsruher Busbahnhof einen serbischen Doppelstockbus mit Anhänger, der im Linienverkehr zwischen Dortmund und Belgrad unterwegs war aus dem Verkehr gezogen.

Die Beamten sprachen den Busfahrer zunächst durch die geschlossene Scheibe an, weil dieser signalisierte, dass er die vordere Türe nicht öffnen könne. Die Polizisten trauten bei einer genaueren Nachschau beinahe ihren Augen nicht: Die Vordertüre war innen mit Seilen festgezurrt und das, obwohl diese als Notausstieg dienen sollte. Lediglich über die hintere Türe war ein Ein- und Ausstieg möglich. Allerdings war dort die Reversiereinrichtung, die den Schließvorgang der Türen, unterbrechen soll, wenn Fahrgäste oder Gegenstände zwischen die Schließkanten geraten, nicht funktionsfähig.

Obendrein fehlten sämtliche Nothammer, so dass sich bei einem Unfall oder Brand kein Insasse aus dem Bus hätte befreien können. Bei einer weiteren Überprüfung stellten die Polizeibeamten fest, dass die Bremseinrichtung des Anhängers außer Betrieb war. Nach diesen, zunächst sichtbaren, Feststellungen wurde ein TÜV-Gutachter hinzugezogen, der den Bus genauer unter die Lupe nahm und verschiedene weitere gravierende Mängel feststellte, wie zum Beispiel eine defekte Lenkung, eine lose Batterie, hier wäre Brandgefahr nicht auszuschließen gewesen, oder ein undichter Tank. 87 Personen bot der verkehrsuntüchtige, erst zwei Jahre alte Bus, der allerdings bereits 300000 Kilometer auf dem Buckel hatte, Platz. Der Busfahrer wird nun wegen Führen eines verkehrsunsicheren Busses mit Fahrgästen und Anhänger angezeigt.