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Ein seit Jahren im Südschwarzwald agierender Rauschgifthändlerring ist von der Polizei ausgehoben worden. Im Zuge der Ermittlungen wurden insgesamt rund 100.000 Euro Bargeld beschlagnahmt und zwei Cannabis-Plantagen entdeckt.
Ein seit Jahren im Südschwarzwald agierender Rauschgifthändlerring ist von der Polizei ausgehoben worden. Im Zuge der Ermittlungen wurden insgesamt rund 100.000 Euro Bargeld beschlagnahmt und zwei Cannabis-Plantagen entdeckt. © Symbolbild: dpa
16.09.2013

Über Jahre hinweg agierender Rauschgiftring im Südschwarzwald zerschlagen

VS-Villingen/Niedereschach. Der Kriminalpolizei Villingen-Schwenningen ist es nach monatelangen umfangreichen Ermittlungen gelungen, einen überörtlich agierenden Rauschgiftring zu zerschlagen. Drei deutsche Staatsangehörige wurden vorläufig festgenommen und befinden sich in Haft. Weitere Zwischenhändler bekamen ebenfalls Besuch von der Polizei. Dabei wurden insgesamt rund 100.000 Euro beschlagnahmt und zwei Cannabisplantagen entdeckt.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Konstanz erließ das Amtsgericht Villingen gegen die 44, 47 und 55 Jahre alten Männer Haftbefehl. Bei Durchsuchungen fielen den Beamten Bargeld in Höhe von 50.000 Euro, ein hochwertiges Fahrzeug so wie diverses Rauschgift in die Hände. Dieses wurde beschlagnahmt und aus dem Markt genommen werden.

So wie es sich nach jetzigen Erkenntnissen abzeichnet, versorgte ein 55-jähriger Deutscher, der zeitweise als Marktbestücker tätig war, über einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren von Niedereschach aus die örtliche Rauschgiftszene mit Haschisch und Marihuana. So richtig ins Rollen kamen die Ermittlungen Anfang April, als der 55-Jährige zusammen mit einem aus Villingen stammenden 44-jährigen Komplizen erstmals vorläufig festgenommen wurde. Die beiden hatten 400 Gramm Haschisch dabei, welches sie in Villingen verkaufen wollten. Da keine Haftgründe vorlagen, mussten die beiden wieder auf freien Fuß gesetzt werden.

Trotz der ersten Festnahme fühlten sich die zwei Männer offenbar sicher und waren weiterhin kriminell aktiv. Knapp zwei Wochen später wurden sie nach Rauschgiftgeschäften in Niedereschach und Villingen erneut festgenommen. Dieses Mal waren die Ermittler erfolgreicher. Bei Wohnungsdurchsuchungen fanden die Beamten unter anderem rund 5.000 Euro Bargeld, 1,4 Kilogramm Haschisch und Kleinmengen Heroin. Dieses wurde sichergestellt und aus dem Verkehr gezogen.

Die beiden Festgenommenen kamen in Haft und auch für zwei 48 und 51 Rauschgiftabnehmer aus Königsfeld und Donaueschingen klickten vorläufig die Handschellen. Mitte Mai ging der Polizei dann ein weiterer 58-jähriger Rauschgifthändler aus Villingen ins Netz. Dieser hatte bei dem Duo über einen längeren Zeitraum mehrere Kilogramm Haschisch gekauft und damit die Villinger Szene beliefert.

Nach der Festnahme seiner Zulieferer musste er sich selber um Nachschub kümmern. Diesen besorgte er sich kurz bevor er aufflog in Zürich. Bei ihm stellten die Beamten rund 70 Gramm Marihuana, 15 Gramm Haschisch, Kleinmengen Heroin und Amphetamin sowie 1.200 Euro Bargeld, das aus Rauschgiftverkäufen stammte, sicher.

Dank der Hartnäckigkeit der Ermittler konnten auch die Haschischlieferanten des in Haft sitzenden 55-Jährigen aus Niedereschach dingfest gemacht werden. Es handelt sich zum einen um einem 47-jährigen Deutschen aus Villingen, gegen den ebenfalls Ende August Haftbefehl erlassen wurde, sowie um einen 56-jährigen Niederländer aus Eindhoven. Im Zuge der Ermittlungen gegen diese beiden flogen auch mehrere Zwischenhändler und Endkonsumenten aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis und Elzach/Schwarzwald auf.

Bei der Durchsuchung von zwölf Wohn- und Geschäftsräumen im Schwarzwald-Baar-Kreis, den Niederlanden und Elzach fanden und beschlagnahmten die Kriminalpolizisten zwei Plantagen für Marihuanaanbau, 600 Gramm Haschisch, Kleinmengen Marihuana, rund 45.000 Euro Bargeld und ein hochwertiges Fahrzeug. Alles in allem liegen jetzt genügend Hinweise auf dem Tisch, die den Tatverdacht einer langjährig bestehenden Verteilerstruktur bestätigen. Für die Beamten der Kriminalpolizei ist der Fall damit aber noch nicht abgeschlossen. Die Ermittlungen dauern nach wie vor an.