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© Symbolbild: dpa
12.06.2018

Überfall auf Bordell-Mitarbeiter: Rache für Streit mit Prostituierter?

Stuttgart. Mit einem Bordellbesuch wird in der Regel die Nutzung von Liebesdiensten beabsichtigt, weshalb man letztlich wegen der dort arbeitenden Frauen den Weg ins Freudenhaus findet. Am vergangenen Samstag jedoch hatte ein vier- bis fünfköpfige Männergruppe in einem Bordell am Bebenhäuser Hof nicht schnellen Sex gesucht, sondern wahrscheinlich nur die Befriedigung von Rachegelüsten, was in einem versuchten Tötungsdelikt endete.

Gegen 21.30 Uhr betrat die Gruppe von Männern mit südländischem, eventuell auch arabischen Aussehen das Bordell. Gleich im Eingangsbereich stießen die Männer auf einen 28-jährigen Mitarbeiter, den sie unvermittelt attackierten. Hierbei sollen sie ihm auch mit einem Werkzeug gegen den Kopf geschlagen haben. Anschließend flüchteten die Täter in Richtung Königstraße. Der Mitarbeiter wurde so schwer verletzt, dass er von Rettungskräften in ein Krankenhaus gebracht werden musste.

Wieder einmal eine Auseinandersetzung im Rocker- und Türstehermilieu? Oder ein Streit zwischen Türken und Kurden, wie er in jüngster Zeit öfter vorzukommen scheint? Die Polizei sieht dafür keine sich aufdrängenden Anhaltspunkte. Ersten Ermittlungen zufolge könnte der brutalen Attacke am Samstagnachmittag ein Streit zwischen einer Prostituierten und einem Freier vorausgegangen sein. Der 28-jährige Bordellmitarbeiter hatte den renitenten Freier aus dem Bordell verwiesen. Es könnte sich also um einen privaten Racheakt handeln.

Zur Ermittlung der Täter und zur Aufklärung der Falles hat die Kriminalpolizei eine Ermittlungsgruppe eingerichtet.