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29.10.2010

Überfall auf schlafende Frau weitgehend aufgeklärt

BRUCHSAL-OBERGROMBACH. Der Überfall auf eine schlafende Frau vom 30. September in Obergrombach ist weitgehend geklärt. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Karlsruhe hat der zuständige Richter am Freitag Haftbefehl gegen einen 28 Jahre alten dringend Tatverdächtigen erlassen. Dieser ist untergetaucht und befindet sich derzeit auf der Flucht.

Auf die Spur des nun per Haftbefehl Gesuchten kamen die Ermittler durch eine am Tatort in der Obergrombacher Hauptstraße hinterlassene DNA-Spur des Mannes. Weil der Bosnier bislang in Deutschland polizeilich noch nicht in Erscheinung getreten war, konnte diese Spur zunächst jedoch keiner Person zugeordnet werden. So konzentrierten sich die Beamten der Ermittlungsgruppe Grombach unter der Leitung von Kriminalhauptkommissar Edgar Benz in der Folge auf eine Person, die in den Wochen vor dem brutalen Überfall nach Aussagen von Bürgern als Spanner in der Gemeinde aufgetreten war. Zudem brachten auch Hinweise aus der Bevölkerung zu dem am Tatort hinterlassenen Fahrrad die Ermittler auf die richtige Spur. Dieses war eine Woche vor dem Überfall aus einer Garage in Obergrombach entwendet worden. Als die nur vorübergehend im Ort aufhältlichen Personen durch die Ermittler überprüft wurden, zog sich das Netz um den 28-Jährigen immer enger. Dieser hielt sich als Arbeiter einer ausländischen Firma seit Ende August in Obergrombach auf. Wie sich nun herausstellte, flüchtete der Mann mit Beginn der Öffentlichkeitsfahndung unter einem Vorwand und hält sich möglicherweise im Ausland auf. Am Donnerstagabend brachte das Ergebnis der kriminaltechnischen Untersuchung der DNA des Geflüchteten nun Klarheit. So handelt es sich bei dem 28-jährigen Mann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um den Verursacher der am Tatort gefundenen Spur.

Wie berichtet, war die allein in der Wohnung anwesende 57-jährige Geschädigte während dem Schlaf von dem Täter, der über die Terrasse in das Anwesen eingedrungen war, mit massiven Schlägen auf den Kopf schwer verletzt worden. Der nach Hause kommende Mann fand seine Ehefrau blutüberströmt in der Wohnung und verständigte sofort die Polizei. Im Krankenhaus stellten die behandelnden Ärzte mehrere Gesichtsknochenbrüche, Platzwunden und Hämatome fest. Weil die Frau auf Grund der erlittenen Verletzungen keine Erinnerung an den Überfall hatte, gestalteten sich die Ermittlungen der Polizei sehr schwierig. Insgesamt verfolgten die Ermittler, die sehr viel Unterstützung aus der Bevölkerung erfuhren, 104 Spuren und veranlassten die Untersuchung von 40 Speichelproben, die von den betroffenen Männern allesamt freiwillig abgegeben worden waren.

Warum der Täter die Frau, zu der keinerlei Vorbeziehung bestand, als Opfer auswählte, ist derzeit ebenso unbekannt wie das fragliche Motiv des Mannes. Hierzu bedarf es weiterer Ermittlungen. Nach ihm wird nun international gefahndet.