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Sieben Mal klickten am Mittwoch die Handschellen, nachdem die Beamten der Kriminalpolizei und der Staatsanwaltschaft monatelang gegen die mutmaßlichen Schleuser und Scheinehevermittler ermittelt hatten. 

Umfangreicher Einsatz mit rund 500 Polizeibeamten: Sieben mutmaßliche Schleuser festgenommen

Stuttgart. Im Rahmen eines großangelegten Einsatzes haben knapp 500 Polizeibeamte am Mittwochvormittag insgesamt 60 Wohn-, Büro- und Gastronomieobjekte in Baden-Württemberg mit Schwerpunkt Stuttgart und dem Saarland durchsucht. Eine mehrmonatige Ermittlung war der Aktion vorausgegangen, die bereits die ersten Früchte trug.

Sieben mutmaßliche Schleuser und Scheinehevermittler konnten festgenommen werden. Zuvor waren Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft Stuttgart mit eine über mehrere Monate angelegten Ermittlung beschäftigt, die sich wegen des Verdachts der gewerbs- und bandenmäßigen Urkundenfälschung, Schleusung, sowie Verstößen gegen das Freizügigkeitsgesetz gegen mindestens acht Beschuldigte richtete, die großteils dem Umfeld südostasiatischer Schleusergruppierungen zuzuordnen sind.

Insgesamt ermittelt die Polizei in mindestens 39 Verdachtsfällen einer Scheinehe, weitere Fälle werden derzeit geprüft. Hierbei soll Männern, vorwiegend aus dem indisch-pakistanischen Raum, durch die Tatverdächtigen Scheinehen mit griechischen Frauen vermittelt worden sein, um so über deren EU-Zugehörigkeit ein Aufenthaltsrecht in Deutschland zu erwirken. Der illegale Gewinn pro Fall wird auf etwa 25.000 Euro geschätzt.

Sieben Festnahmen - Ein Verdächtiger noch auf der Flucht

Bei der Aktion konnten sieben zwischen 24 und 60 Jahre alte Personen aufgrund bereits bestehender Haftbefehle festgenommen werden, ein namentlich bekannter Tatverdächtiger befindet sich auf der Flucht. Die Haftbefehle wurden durch den zuständigen Haftrichter in Vollzug gesetzt und die Beschuldigten, indischer und deutscher Staatsangehörigkeit, in Justizvollzugsanstalten eingeliefert. 40 weitere Beschuldigte sind vorläufig festgenommen worden, insgesamt überprüften die Beamten 70 Personen.

Im Ergebnis beschlagnahmten die Polizisten bei den Durchsuchungen diverse Mobiltelefone, mutmaßlich gefälschte Urkunden, Arbeits- und Lohnbescheinigungen, mehrere Zehntausend Euro an Bargeld, Fahrzeuge im Wert von etwa 80.000 Euro. Außerdem wurden über 130.000 Euro Guthaben eingefroren. Finanzermittler überprüfen derzeit Immobilien im Großraum Stuttgart im Wert von mehreren Millionen Euro.

Die Ermittlungen dauern weiter an und seien, nach Auffassung der Polizei, bereits jetzt ein erfolgreicher Schlag gegen die gut vernetzte Schleuserszene.