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s21 © dpa
11.12.2014

Umfrage ergibt erneut Mehrheit für Stuttgart 21

Die Mehrheit der Menschen im Südwesten unterstützt weiterhin das umstrittene Milliarden-Bahnprojekt Stuttgart 21. 60 Prozent der Bürger stünden hinter dem Milliardenvorhaben und 40 Prozent lehnten es ab, wie «Südwest Presse» und «Stuttgarter Zeitung» (Freitag) unter Berufung auf eine bisher unveröffentlichten Studie des Mannheimer Zentrums für europäische Sozialforschung berichtete.

Bei einer parallelen Befragung von 700 Stuttgartern und weiteren 1000 Bürgern aus ganz Baden-Württemberg seien die Ergebnisse nahezu identisch ausgefallen. Dabei habe das Interesse an dem Thema seit der Volksabstimmung vor drei Jahren aber merklich nachgelassen.

Die Erhebung wurde im Auftrag des Staatsministeriums gemacht, wie ein Sprecher sagte. Sie wurde im Zuge einer Untersuchung zur Bürgerbeteiligung erstellt. Bei dem bis zu 6,5 Milliarden teuren Vorhaben soll der Sackbahnhof in eine unterirdische Durchgangstation umgebaut werden. Bei der Volksabstimmung im November 2011 hatten sich 58,9 Prozent der Baden-Württemberger gegen einen Ausstieg ausgesprochen.

Eine Mehrheit der Bevölkerung würde es laut «Südwest Presse» befürworten, wenn es nun auch eine Volksabstimmung über die Nutzung der für den Bau des Tiefbahnhofs freiwerdenden Gleisflächen in Stuttgart geben würde. Dieser Wunsch seit mit einer Zustimmung von fast 77 Prozent bei den Grünen-Anhängern besonders hoch, schreibt das Blatt weiter.

Laut «Stuttgarter Zeitung» haben die Forscher auch die Parteienpräferenz mit der Haltung zu Stuttgart 21 verglichen: Menschen, die bei der Landtagswahl 2011 CDU gewählt hatten, votieren zu fast 81 Prozent für Stuttgart 21. Bei den FDP-Wählern sind es 94 Prozent, bei den SPD-Wählern 62 Prozent und bei den Grünen-Wählern 27 Prozent.

Unterdessen haben die Stuttgart-21-Gegner nach einer langwierigen Sammelaktion 20 000 Unterschriften für ein Bürgerbegehren gegen das Projekt zusammenbekommen. Danach soll der Stuttgarter Gemeinderat einen Bürgerentscheid einleiten mit dem Ziel, den Finanzierungsvertrag zu kündigen. Hintergrund sei die Kostenexplosion bei dem Projekt. Vor der Entscheidung des Gemeinderats muss aber das Statistische Amt der Stadt überprüfen, ob die Unterschriften korrekt sind. Zudem wird geprüft, ob die Fristen eingehalten wurden. 2007 hatte der damalige Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (CDU) ein Bürgerbegehren gegen das Milliardenprojekt aus formalen Gründen abgelehnt.

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