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Ingo Wellenreuther von der CDU (links) und Frank Mentrup von der SPD sind die aussichtsreichsten Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl in Karlsruhe.
Ingo Wellenreuther von der CDU (links) und Frank Mentrup von der SPD sind die aussichtsreichsten Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl in Karlsruhe. © dpa
20.11.2012

Umfrage zur OB-Wahl: SPD-Kandidat Mentrup in Karlsruhe knapp vorne

Der SPD kann sich Hoffnungen auf den OB-Sessel in Karlsruhe machen. Laut einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage liegt ihr Oberbürgermeister-Kandidat Frank Mentrup mit rund 46 Prozent Zustimmung vorn. Allerdings ist ihm sein CDU-Konkurrent Ingo Wellenreuther mit knapp 43 Prozent dicht auf den Fersen. Die anderen fünf Kandidaten kommen zusammen auf rund 10 Prozent. Aber: Etwa ein Drittel der Wähler ist noch unentschieden, wenn sie am 2. Dezember wählen wollen.

Für die Umfrage hat die Karlsruher Marktforschungsgesellschaft Cobus auf eigene Initiative 500 repräsentativ ausgewählte Bürger angerufen. Für Geschäftsführer Uwe Leest passen die Ergebnisse in die aktuelle politische Lage. «Nicht zuletzt die Wahl eines Grünen in Stuttgart hat gezeigt, dass die CDU in den Städten Wähler verliert.» Mentrup habe es zudem geschafft, dass ihn neben der SPD auch die Grünen, die Piraten und die Karlsruher Liste unterstützen.

Der Bundestagsabgeordnete Wellenreuther, der schon lange in der Kommunalpolitik aktiv und zudem Präsident des Fußball-Drittligisten KSC ist, kann mit hoher Bekanntheit punkten. Sie liegt bei mehr als 96 Prozent. Mentrup, Staatssekretär im Kultusministerium, kommt dagegen nur auf 80 Prozent. Den aussichtsreichsten Kandidaten für Platz drei, Niko Fostiropoulos von den Linken, kennen knapp 60 Prozent. Er könnte bei der Wahl auf 5 Prozent kommen. Auf etwas schwächere Werte bringt es Friedemann Kalmbach von der Liste «Gemeinsam für Karlsruhe».

Mentrup findet laut Umfrage deutlich mehr Zuspruch bei der jungen Wählerschaft. Mehr als 54 Prozent der 18- bis 24-Jährigen wollen ihr Kreuz neben seinen Namen setzen. Auch bei den anderen Altersgruppen bis 64 Jahre liegt seine Zustimmung bei mehr als 50 Prozent. Allerdings unterstützt ihn nur rund jeder Vierte über 65 Jahre. Diese Wählerschicht weiß Wellenreuther mit 68,5 Prozent auf seiner Seite.

Bei den Motiven für die Wahlentscheidung kann Mentrup mit sozialpolitischer Kompetenz punkten. Hier erreicht er einen Wert von knapp 40 Prozent, während Wellenreuther nur auf 15 Prozent kommt. Bei allen anderen Eigenschaften liegen die Kandidaten fast gleichauf, dabei wird dem CDU-Mann etwas mehr allgemeine und verkehrspolitische Kompetenz zugestanden. Als wichtigste Themen für den neuen Oberbürgermeister nannten die Befragten die Verkehrssituation (38 Prozent), die Baustellen und die Verlegung der Straßenbahn unter die Erde (33,5 und 29,2 Prozent) sowie soziale Themen (29,8 Prozent). dpa