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Die Luftaufnahme zeigt das Outlet-Center Roppenheim im Elsass. Nach jahrelangen Verzögerungen soll das riesige elsässische Schnäppchenmekka «Styleoutlet» am Mittwoch eröffnet werden.
Die Luftaufnahme zeigt das Outlet-Center Roppenheim im Elsass. Nach jahrelangen Verzögerungen soll das riesige elsässische Schnäppchenmekka «Styleoutlet» am Mittwoch eröffnet werden. © dpa
23.04.2012

Umstrittenes Schnäppchen-Zentrum im Elsass schafft 750 Jobs

Das umstrittene Schnäppchen-Zentrum «Style Outlets» im Elsass hat zur Eröffnung an diesem Mittwoch 750 Arbeitsplätze geschaffen. Dabei haben die Region Elsass und die Bundesagenturen für Arbeit in Rastatt und Karlsruhe eng zusammengearbeitet. Nun rührt das Zentrum kräftig die Werbetrommel, um die neuen Läden mit Kunden zu füllen.

Shopper in Straßburg, Baden-Baden und Karlsruhe können nach Angaben des Projektentwicklers Neinver in den ersten Wochen kostenlos mit einem Zubringer-Bus ins neue Einkaufszentrum nach Roppenheim fahren. Für viele könnte das nützlich sein, denn die weitläufige Anlage am Rheinübergang Iffezheim (Kreis Rastatt) nahe der deutschen Grenze ist ohne fahrbaren Untersatz kaum zu erreichen.

Im Angebot des Fabrikverkaufs stehen Nobel-Textilien, Lederwaren, Schuhe und Accessoires von Labels wie Adidas, Nike, Armani, Hilfiger und Klein. Da es sich um Kollektionen der Vorsaison handelt, könnte es Preisnachlässe von 30 bis 70 Prozent geben.

Die Immobilienunternehmen Neinver und MAB Development hoffen auf bis zu zwei Millionen Kunden aus Deutschland und Frankreich im ersten Jahr. Damit ihre Rechnung aufgeht, rühmen sie das 100 Millionen Euro teure Zentrum mit mehr als 27.000 Quadratmetern Verkaufsfläche, über 100 Boutiquen und einigen Restaurants in den Werbebroschüren als «einzigartiges Einkaufserlebnis».

Dort könne man «Shopping mit einem touristischen Ausflugsziel» verbinden, sagte eine Sprecherin. In der Tat fühlen sich Besucher ein wenig wie in einem Vergnügungspark. Die Architekten haben sich bei der Anlage um einen künstlichen See von einem elsässischen Wehrdorf mit spitzen Giebeln und Fachwerk inspirieren lassen.

Die Bauarbeiten an dem Zentrum begannen im Juli 2010 und wurden mehrfach verzögert – wegen harten Winterwetters, aber auch aufgrund juristischer Hürden, mit denen der Straßburger Geschäftsverband die unliebsame Konkurrenz anfangs bekämpft hatte. Mittlerweile hat man sich mit dem Outlet-Center abgefunden, auf der elsässischen wie auf der deutschen Seite.

«Konkurrenz belebt das Geschäft», sagte Rastatts Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch (CDU) der Nachrichtenagentur dpa. Für ihn ist Rastatt «gut aufgestellt» für den Wettbewerb. Dort soll im Herbst ein 4500 Quadratmeter großer Modepark eröffnet werden, und für das kommende Jahr ist eine 12.000 Quadratmeter große «Schlossgalerie» geplant. Pütsch hofft: «Vielleicht kommen Besucher des Outlet-Centers anschließend zu uns, wenn sie aktuelle Modeartikel kaufen wollen.» dpa